Die Anleger wird es freuen: Die 4SC AG aus Planegg-Martinsried plant, im Rahmen einer Bar-Kapitalerhöhung bis zu 29 Mio. EUR einzunehmen. Gelingen soll dies durch die Ausgabe von bis zu 8,2 Mio. neuer Aktien. Mit dem Erlös will das Unternehmen die Durchführung einer klinischen Phase-II-Studie seiner epigenetischen Leitsubstanz Resminostat gegen Krebs finanzieren.

Die neuen Aktien, welche gegen Bareinlagen bezogen werden können, sollen den bestehenden Aktionären im Wege eines mittelbaren Bezugsrechts durch die Baader Bank angeboten werden. Nach Unternehmensangaben beträgt das Bezugsverhältnis 5:4, das heißt, fünf alte Aktien berechtigen zum Bezug von vier neuen Aktien. Ein organisierter Bezugsrechtshandel findet demnach nicht statt. Die Bezugsfrist läuft seit 23. Juni 2015 und voraussichtlich bis 6. Juli 2015 um 24 Uhr (MESZ). Der Bezugspreis je neuer Aktie soll am 3. Juli unter Berücksichtigung des volumengewichteten Durchschnittskurses der 4SC AG im elektronischen Handelssystem XETRA der Frankfurter Wertpapierbörse festgelegt werden. Wie 4SC weiter mitteilte, wird der Bezugspreis höchstens 5,00 EUR betragen.

Aktionäre aufgepasst: Durch die Ausgabe von bis zu 8 Mio. Aktien will 4SC-CEO Enno Spillner die Phase-II-Studie des Wirkstoffes Resminostat finanzieren. / 4SC
Aktionäre aufgepasst: Durch die Ausgabe von bis zu 8 Mio. Aktien will 4SC-CEO Enno Spillner die Phase-II-Studie des Wirkstoffes Resminostat finanzieren. / 4SC

Ebenfalls haben Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, im Rahmen einer Sach-Kapitalerhöhung bis zu ca. 2 Mio. neue Aktien, sogenannte Gegenleistungsaktien, auszugeben, um wesentliche Teile eines bestehenden Darlehens der Großaktionärin Santo Holding von bis zu 6 Mio. EUR gegen Eigenkapital einzubringen. Zudem erwägen bestehende Aktionäre, darunter die Santo Holding, sich in signifikantem Umfang an der Bar-Kapitalerhöhung zu beteiligen.

Mit der Kapitalerhöhung will 4SC in erster Linie die klinische Weiterentwicklung seines epigenetischen Krebswirkstoffs Resminostat in der Indikation kutanes T-Zell Lymphom (CTCL) finanzieren, allen voran die Durchführung einer klinischen Phase-II-Studie. Im Erfolgsfall könnten die Daten als Basis für einen Zulassungsantrag auf eine vorläufige Marktzulassung für den europäischen Markt dienen. Insgesamt soll auf diese Weise die Finanzierung der Gesellschaft bis zum erwarteten Vorliegen der Ergebnisse der CTCL-Studie in der zweiten Jahreshälfte 2018 gesichert werden. Ferner ist geplant, mit dem Erlös die Vorbereitung klinischer Phase-II-Studien mit dem Krebswirkstoff 4SC-202, die Anbahnung von Kooperationen zur klinischen Weiterentwicklung des Krebswirkstoffs 4SC-205 sowie Verhandlungen mit potenziellen Partnern zu sämtlichen Wirkstoffen des Unternehmens weiter voranzutreiben.

Enno Spillner, Vorstandsvorsitzender der 4SC AG, kommentierte das Vorhaben: „Mit der angestrebten Kapitalmaßnahme wollen wir eine potenzielle Zulassungsstudie in der Krebsindikation CTCL starten, in der wir nicht nur einen hohen medizinischen Bedarf, sondern auch ein attraktives Marktpotenzial sehen. In dieser Indikation sind in den USA bereits zwei Medikamente derselben Wirkstoffklasse wie Resminostat zugelassen, sogenannte Histon-Deacetylase Inhibitoren, jedoch bis heute keines in Europa. In diese Marktlücke wollen wir vorstoßen“, unterstreicht Spillner. „Als potenziell erster in Europa zugelassener HDAC-Inhibitor könnte Resminostat nach unseren aktuellen Berechnungen in dieser Indikation in der Spitze Umsätze von bis zu 140 Mio. EUR im Jahr erzielen“, ist sich der 4SC-Vorstand sicher.

4SC erforscht und entwickelt niedermolekulare Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen mit hohem medizinischem Bedarf in verschiedenen Krebs- und Autoimmunindikationen. Die Pipeline des Unternehmens umfasst Produkte in verschiedenen Phasen der klinischen Entwicklung. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet und beschäftigt insgesamt 68 Mitarbeiter. Seit Dezember 2005 ist 4SC am Prime Standard der Börse Frankfurt (ISIN: DE000A14KL72) gelistet.

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