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Der Arbeitskreis der BioRegionen in Deutschland hat auf den diesjährigen Deutschen Biotechnologietagen in Leipzig den Innovationspreis 2016 an patentierte Forschungsergebnisse für ein Nasenspray gegen neurodegenerative Erkrankungen, innovative Virotherapie zur Krebsbekämpfung sowie für Biochip-basierte Organmodelle verliehen.

Mit dem Innovationspreis der BioRegionen werden jährlich drei herausragende wissenschaftliche Ideen aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen prämiert. Neben einer neuartigen, wissenschaftlichen Idee aus der Biotechnologie steht dabei auch die wirtschaftliche Nutzung der Erfindung im Vordergrund.

Nasenspray gegen Neurodegeneration (Prof. Hilmar Bading, Universität Heidelberg)
Krankheits- und altersbedingte Einschränkungen von Gedächtnisleistungen und anderer Hirnfunktionen gehen mit dem Verlust der bäumchenartigen Verzweigungen der Neuronen (Dendriten) einher. Die Applikation des „Dendriten-Stabilisators“ mit Hilfe eines Nasensprays soll den Verlust funktionswichtiger Nervenstrukturen verhindern. Dieses nicht-invasive und einfache Therapieprinzip vermindert etwa die Hirnschäden und Funktionsverluste nach einem Schlaganfall. Amyotrophe Lateralsklerose, Glaukom sowie Demenzerkrankungen stellen weitere mögliche therapeutische Anwendungsbereiche dar. Hierzu hat das Team mittlerweile die Firma FundaMental Pharma GmbH gegründet.

Ad-O-Lytics: Innovative Virotherapie zur Krebsbekämpfung (PD Dr. Florian Kreppel, Prof. Stefan Kochanek Universität Ulm)
Das Team von Ad-O-Lytics entwickelt maßgeschneiderte Adenoviren für die onkolytische Virotherapie zur Krebsbekämpfung. Ad-O-Lytics will die Virotherapie erfolgreich zur Anwendung zu bringen. Dafür wurde ein Verfahren entwickelt und patentiert, mit dem das krebszerstörende Virus über die Blutbahn verabreicht werden kann. Hierzu werden maßgeschneiderte Schutzhüllen an das Virus angebracht. Damit bleibt das Virus im Blut unerkannt und kann Tumoren und Metastasen erreichen, zerstören und das Immunsystem aktivieren. Es ist geplant, einen Produktkandidaten bis zur klinischen Studie Phase I zu entwickeln. Anschließend soll die Entwicklung mit einem großen Pharma-Partner bis zur Marktreife weitergeführt werden.

Biochip-basierte Organmodelle (Dr. Alexander Mosig und Dr. Knut Rennert, Universitätsklinikum Jena)
Zu den am häufigsten genutzten Untersuchungsmodellen in der präklinischen Wirkstoffentwicklung gehören zweidimensionale Zellkulturen, die jedoch in heterogenen dreidimensionalen Geweben ablaufende wichtige physiologische Zellprozesse nicht abbilden können. Die Ergebnisse der deshalb regelmäßig im Tiermodell gemachten Untersuchungen sind nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragbar. Durch die schichtweise Nachbildung humaner Organe in Lab-on-a-Chip-Systemen und darauf aufbauender Krankheitsmodelle konnten Werkzeuge zur gezielten Entwicklung neuer Therapieoptionen des entzündungsassoziierten Organversagens entwickelt werden. Die Nutzung Biochip-gestützter Organmodelle soll dabei die Entwicklung dieser Therapieoptionen beschleunigen, die Aussagekraft von Wirkstoffstudien erhöhen und die dafür notwendige Anzahl an Tierversuchen minimieren.

Die Gewinnerteams erhalten ein Preisgeld von jeweils 2.000 EUR.

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