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Die deutsche Biotechnologie-Branche startet optimistisch ins neue Jahr und ist weiterhin auf Wachstumskurs. Eine Mehrheit der Firmen will mehr Mitarbeiter einstellen sowie zusätzlich in Forschung und Entwicklung (F&E) investieren. Die gute Stimmung spiegelt sich auch in den aktuellen Finanzierungszahlen wider: Mit frischem Kapital in Höhe von rund 505 Mio. EUR können die Biotech-Firmen im Jahr 2016 fast an die Rekordzahlen aus dem Vorjahr anknüpfen (2015: 550 Mio. EUR). Das zeigen die Ergebnisse einer Unternehmensumfrage, die der Verband der Biotechnologie-Industrie, BIO Deutschland, nun veröffentlicht hat.

 

2017: Mehrheit erwartet Verbesserung

Der Umfrage zufolge ist die Stimmung in der Biotech-Branche ungebrochen positiv: Erneut bekennen sich die zum Jahresende 2016 befragten Unternehmer und Unternehmerinnen zu neuen Investitionen in Personal und F&E. Zwei Drittel schätzen die aktuelle Geschäftslage als gut ein, 54% erwarten für 2017 zudem eine weitere Verbesserung. Damit erreicht die Umfrage ähnlich positive Werte wie im Vorjahr.

 

Zudem bewegen sich die Investitionen in deutsche Biotech-Firmen im Jahr 2016 mit 505 Mio. EUR wieder auf einem hohen Niveau, auch wenn im Vergleich zum Rekordjahr 2015 ein Rückgang von 8% zu verzeichnen ist. Die Attraktivität der Biotechnologie an der Börse ist jedoch gestiegen: die börsennotierten Firmen haben insgesamt 258 Mio. EUR eingeworben, 5% mehr als im Vorjahr (246 Mio. EUR). Mit der BRAIN AG hat zudem in Frankfurt der erste Biotech-Börsengang seit 2007 stattgefunden. Von Wagniskapitalgebern sind insgesamt 216 Mio. EUR in deutsche Firmen geflossen, 17% weniger als im Rekordjahr 2015 (260 Mio. EUR).

 

Rückgang bei den IPOs in Europa – Europäische Börsenplätze trotzdem beliebt

Mit dieser Entwicklung setzt sich Deutschland positiv vom europäischen Kapitalmarkt ab. Nach dem Boomjahr 2015 ist 2016 hier, zumindest an der Börse, eine deutliche Ernüchterung eingetreten. So haben europäische Biotech-Firmen im Jahr 2016 insgesamt 3,3 Mrd. EUR über die Börse eingesammelt, nur etwa halb so viel wie 2015 (6,16 Mrd. EUR). 17 Firmen haben als Neulinge den Sprung aufs Parkett gewagt (2015: 25), davon die überwiegende Mehrheit (14) an einem europäischen Börsenplatz. Nur drei Firmen haben sich für die Nasdaq in den USA entschieden.

 

Pharmadialog zeigt Wirkung

Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der BIO Deutschland, bilanziert: „Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer beurteilen das politische Klima relativ positiv, was wir auch auf erfreuliche Entwicklungen im letzten Jahr zurückführen. So hatte der Pharmadialog, in dem BIO Deutschland aktiv mitgewirkt hat, einige für die Branche positive Ergebnisse hervorgebracht“, unterstreicht Heinrich. „Ebenso ist die Neuregelung der steuerlichen Verlustverrechnung bei Körperschaften ein erfreuliches Signal für die innovativen kleinen und mittleren Unternehmen und ihre Investoren gewesen.“

 

Vermehrt ausländische Investoren in Deutschland

Insgesamt hat sich somit vor allem die Finanzierungssituation in den vergangenen Jahren auf einem spürbar hohen Niveau eingependelt. Deutsche Biotech-Firmen profitieren inzwischen wieder von VC-Runden im zweistelligen Millionenbereich. Zudem engagieren sich vermehrt ausländische Investoren an Finanzierungsrunden in Deutschland.

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