[01] CAPITAL-IR-PREIS 2005

Für die mittlerweile neunte Verleihung des Capital-IR-Preises wurden vom Wirtschaftsmagazin Capital und von der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) die IR-Arbeit von 197 Unternehmen aus den Aktien-Indizes EuroStoxx 50, DAX, MDAX, TecDAX und SDAX bewertet.

Der von der weltweit größten WP-Gesellschaft Deloitte unterstützte Preis basierte in diesem Jahr auf der Befragung von rund 550 DVFA-Analysten aus fast 300 europäischen Banken, Fonds- und Kapitalanlagegesellschaften. Beurteilt wurde die Güte der IR-Arbeit nach vier Kriterien: Glaubwürdigkeit, Qualität, Zeitnähe und Corporate Governance. Akzeptable IR-Arbeit beginnt ab 300 Punkten, sehr gute bei 400 Punkten und exzellente bei 450 Punkten.

2005 hat E.ON (458,9 Punkte) im EuroStoxx 50 den Rivalen RWE (457,3 Punkte) erstmals von der Spitze verdrängt. Dritter wurde BASF (455,6 Punkte).

Aus dem Kreis der DAX-Unternehmen wählten die Kapitalmarkt-Experten Continental (441,4 Punkte) auf Rang eins. Mit der Steigerung um 13 Rangplätze konnte Continental Henkel (440,8 Punkte) und ThyssenKrupp (428,8 Punkte) auf Abstand halten.

Im MDAX platzierte sich anstelle des Vorjahres-Gesamtsiegers Beiersdorf, der auf Rang 22 abstürzte, die Norddeutsche Affinerie mit 459,8 Punkten auf dem ersten Platz vor Salzgitter (457,2 Punkte) und der EADS (453,4 Punkte).

Im TecDAX verwies United Internet mit 435,9 Punkten Pfeiffer Vacuum (430,5 Punkte) und AT&S (414,8 Punkte) auf die Plätze.

Im SDAX machte die DIS AG die beste IR-Arbeit und führt mit 476,7 Punkten auch die Gesamtwertung an. Auf den Plätzen folgen Grenkeleasing (459,2 Punkte) und Takkt (438,6 Punkte).

Die von Capital und der DVFA durchgeführte Umfrage zeigt, dass Unternehmen die Kommunikation mit den Finanzmärkten zusehends ernster nehmen und sich auch den Forderungen nach mehr Transparenz stellen. So verbesserte sich die Durchschnittspunktzahl in vier der fünf getesteten Indizes im Vergleich zum Vorjahr (EuroStoxx 50: 355 (325), DAX: 405 (385), MDAX: 364 (367), TecDAX: 360 (358), SDAX: 310 (301)).

Insgesamt 57 Unternehmen überschritten 2005 die 400-Punkte-Grenze, ab der sehr gute IR-Arbeit beginnt. Das sind fast doppelt so viele Unternehmen wie im Jahr zuvor. Die Marke von 450 Punkten, gleichbedeutend mit exzellenter Kommunikation, schafften allerdings nur acht Kandidaten – sieben weniger als im Vorjahr.

Mehr Informationen unter http://www.capital.de/mg/art/265948.html http://www.capital.de/mg/art/266031.html

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[02] EMITTENTENLEITFADEN VERÖFFENTLICHT

Die BaFin hat den lang erwarteten Emittentenleitfaden zum Anlegerschutzverbesserungsgesetz veröffentlicht.

Der Leitfaden richtet sich an in- und ausländische Emittenten, deren Wertpapiere zum Handel an einer deutschen Börse zugelassen sind. Er enthält Erläuterungen zu den Verboten des Insiderhandels und der Marktmanipulation sowie zu Ad-hoc-Publizität, Directors‘ Dealings und zur Führung von Insiderverzeichnissen. Dabei berücksichtigt er vor allem die neue Rechtslage, die sich aus der Umsetzung der Marktmissbrauchsrichtlinie und ihrer Durchführungsbestimmungen durch das Anlegerschutzverbesserungsgesetz ergibt.

Mehr Informationen unter http://www.bafin.de/schreiben/89_2005/emittentenleitfaden.pdf

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Corporate Governance – Kodex-Neuerungen, Meßbarkeit, Zusammenhang mit der Aktien-Performance

DIRK-Stellungnahme zum Emittentenleitfaden der BaFin

Designated Sponsoring – die Serie, Teil II, Statistik zum 30.6.2005

IPO-Vorschau: HCI Capital und interhyp

IPO-News: Solarwatt, Thielert, EOP Biodiesel u.v.m.

Die „Quiet Period“ wird lauter – Reform des Registrierungsverfahrens in den USA

Financial Talk mit Michael Börnicke, CFO, Premiere

Das KapMuG tritt in Kraft

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[03] NUTZEN EINER ZWEITNOTIZ

Nach einer Untersuchung, die das Deutsche Aktieninstitut in Zusammenarbeit mit der Anwaltskanzlei White & Case für die Auslandsnotierungen deutscher Emittenten insbesondere in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz durchgeführt hat, besitzen die häufig als Vorteile angeführten Argumente für eine Zweitnotierung deutscher Unternehmen an ausländischen Börsenplätzen nur begrenzte Gültigkeit.

Zwar sei der Anteil ausländischer Anleger in den letzten Jahren bei den deutschen Emittenten deutlich angestiegen. Ein klarer Bezug zum Faktor Auslandsnotierung ließe sich jedoch nicht herstellen. Auch ein verbesserter Zugang zu institutionellen Investoren im Ausland konnte nicht nachgewiesen werden. Ein dauerhaft hoher Börsenumsatz an ausländischen Börsenplätzen wird nur von den wenigsten börsennotierten deutschen Unternehmen erzielt.

Allerdings hat die Aufnahme einer Auslandsnotierung am US-Markt offensichtlich einen positiven Einfluss auf den Aktienkurs; hier scheint die Notierung auch als ein Reputationsfaktor zu wirken.

Mehr Informationen unter http://www.dai.de/dai_was_ist_neu

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[04] MANGELNDE KOMMUNIKATIONSKOMPETENZ AUF VORSTANDSEBENE

Bei den Fortune Global 500 Unternehmen, den weltweit umsatzstärksten Unternehmen, ist noch nicht einmal in jedem siebten Unternehmen ein Experte für Unternehmenskommunikation Mitglied des Vorstands. Lediglich bei drei der Top 10 World’s Most Admired Companies ist ein solcher Spezialist auf höchster Ebene vertreten (FedEx, IBM und Toyota). Dieses überraschende Ergebnis ist ein zentrales Resultat der jüngst veröffentlichten Studie „Closing the Communications Gap: A New Seat at the Board“ von Burson-Marsteller.

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