Eine aktuelle EY-Studie zeigt, dass deutsche Anleger bei DAX-Konzernen weiterhin die Minderheit darstellen: So besitzen ausländische Investoren 55% der DAX-Aktien – demnach ist mehr als jede zweite Aktie in nicht-deutscher Hand. Im Vergleich zum Vorjahr steigen die Dividendenzahlungen an ausländische Investoren leicht um knapp 1% oder um 130 Mio. EUR.

Aktionäre aus Deutschland müssen sich hingegen mit einer deutlich geringeren Dividendensumme als im letzten Jahren begnügen: So sank die Gesamtausschüttung für das Geschäftsjahr 2015 um 5%  auf rund 10 Mrd. EUR.

Auffällig ist laut Studie, dass bei fünf DAX-Unternehmen mehr als 70% der ausgegebenen Aktien in ausländischer Hand sind, darunter die Deutsche Börse, Linde, Adidas, Infineon und Bayer.  Insgesamt 19 Unternehmen sind zu mindestens 50% im Besitz nicht-deutscher Aktionäre.  Besonders stark zugelegt hat der Anteil ausländischer Anteilseigner bei Adidas (um 10 Prozentpunkte von 69 auf 79%), während Lufthansa und Merck den stärksten Rückgang (um jeweils neun Prozentpunkte) aufweisen.

Europäer mögen den DAX
„Trotz der erheblichen Marktschwankungen blieb das Engagement ausländischer Anleger bei den DAX-Konzernen im vergangenen Jahr konstant hoch. Das zeigt, dass Deutschlands Top-Unternehmen für Investoren aus dem Ausland anhaltend attraktiv sind – nicht zuletzt sorgte im vergangenen Jahr aber auch der niedrige Eurokurs für günstige Investitionsgelegenheiten“, erklärt Dr. Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY.

Besonders beliebt sind die DAX-Werte bei Anlegern aus dem europäischen Ausland: Durchschnittlich 29% der Aktien der DAX-Unternehmen befinden sich im Besitz europäischer Investoren – 2010 lag ihr Anteil noch bei 25%.  Auch sei das Interesse der Anleger aus den USA bzw. aus Nordamerika an den DAX-Unternehmen seit 2010 gestiegen: Sie halten aktuell durchschnittlich 20%  der von den Konzernen ausgegebenen Aktien – vor sechs Jahren waren es noch 10% weniger.

Kaum private, aber hoher Free-float
Weiterhin zeigt die Analyse von EY, dass Privatanleger nach wie vor in der Minderheit sind. So sind 64% der DAX-Aktien in Besitz von institutionellen Investoren  (z.B. Pensions- und Investmentfonds, Versicherungen, Kreditinstitute etc.). Private Investoren sind nur mit 11% vertreten, strategische Investoren wie Familien oder Unternehmen halten 12% der DAX-Werte.

Die Mehrheit der DAX-Konzerne (82%) befinden sich im Streubesitz – laut Dr. Martin Steinbach ein positives Phänomen: „Ein hoher Free-float fördert die Liquidität im Aktienhandel an der Börse und beeinflusst das Ranking im DAX positiv“, betont  Steinbach.

 

 

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