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Insbesondere bei börsennotierten Konzernen finden regelmäßig Umstrukturierungen statt. Die Gründe dafür sind vielfältig, jedoch in der Mehrzahl strategischer Natur. Konzerne nutzen Carve-outs und Spin-offs, um Kernbereiche zu stärken und sich von Randaktivitäten bzw. aus ihrer Sicht nicht-zukunftsträchtigen Einheiten zu trennen. Hierzu zählen auch gesunde Geschäftseinheiten, bei denen der Veräußerer feststellt, dass er nicht der beste Eigentümer ist.
Als Carve-out – zu Deutsch „Herausschnitzen“ oder „Herausschälen“ – werden Ausgliederung, Abspaltung und Verkauf von Unternehmensteilen bezeichnet. Ein Spin-off ist die Ausgliederung einer Organisationseinheit aus bestehenden Unternehmensstrukturen in die Überführung eines eigenständigen Unternehmens. Carve-outs gehen dabei insbesondere für den Käufer mit einen höheren Grad an Komplexität einher, da diese regelmäßig keine für sich genommen eigenständig agierende Unternehmen darstellen.

Corporate Divestments treten in Wellen auf
M&A-Transaktionen treten häufig in Wellen auf. Dieses Muster lässt sich auch bei Corporate Divestments erkennen – wenn auch in einer marginalen Ausprägung. Die Jahre ab 2018 zeigen ein niedriges Niveau gegenüber dem Vergleichszeitraum, wobei insbesondere 2020 durch COVID-19 beeinflusst wurde. Trotz des Tiefstands bei der Anzahl der Divestments lag ihr dokumentiertes Transaktionsvolumen bei 51,0 Mrd. EUR und somit 36,9 Mrd. EUR über dem Vorjahreswert. Hervorzuheben ist dabei der Verkauf der Aufzugsparte der thyssenkrupp AG an das Investmentkonsortium um den Finanzinvestor Advent International in Höhe von 17,2 Mrd. EUR, welcher gemessen am Volumen die größte Transaktion dieser Art in den letzten 15 Jahren war.


