Spezialisten für „Essen auf Rädern“ verzeichnen weltweit hohe Wachstumsraten. Auf diesem Geschäftsmodell basiert die seit rund einem Jahr an der Börse notierte Rocket Internet-Beteiligung Delivery Hero.  Emmanuel Thomassin, CFO von Delivery Hero, erklärt die Gründe um den aktuellen Hype und sagt, was sein Unternehmen an der Börse besser macht als andere Start-ups.

GoingPublic Magazin: Herr Thomassin, Delivery Hero entzückt momentan die Anleger. Was sind die Gründe dafür?
Emmanuel Thomassin
Emmanuel Thomassin

Thomassin: Essens-Lieferungen werden nicht mehr als Nischen-Dienstleistung wahrgenommen, sondern kommen immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an. Es gibt sogar aktuelle Studie, die Szenarien entwerfen, in dem es eine Zukunft ohne Küchen in Privathaushalten geben könnte, wenn Essens-Lieferdienste immer besser und schneller werden und die Kosten vertretbar bleiben, um sie täglich zu nutzen.

Was schätzen Investoren an Delivery Hero?

Neben dem attraktiven Geschäftsmodell wohl auch, dass wir intensiv mit unseren Anlegern reden und ihnen die Philosophie genau erläutern. Unsere Denkweise ist für manche Investoren etwas ungewohnt, weil wir die langfristige Vision wichtiger nehmen als kurzfristige Erfolgsmeldungen. Etwas verkürzt lautet die Botschaft: Wachstum und Investitionen gehen in dieser Phase über alles – deswegen erwartet bitte in naher Zukunft keine hohen Gewinne oder Dividenden.

Welche Bedeutung haben Prognosen für Sie?

Als Unternehmen muss man da eine manchmal schwierige Balance bewahren: Einerseits verlässliche Orientierung geben. Andererseits Prognosen dann nicht um jeden Preis einhalten, wenn für den langfristigen Unternehmenserfolg andere Maßnahmen besser wären, zum Beispiel, weil sich Marktdynamiken verändert haben.

Welche Rolle spielt das langfristige Anlegervertrauen?

Vertrauen ist das Fundament für jede langfristige Beziehung.

Welche Ziele wollen Sie in den nächsten ein bis drei Jahren erreichen?

Wir setzen uns intern sehr ambitionierte Ziele für die nächsten Jahre, wollen diese aber nicht veröffentlichen. Wir arbeiten hart an unserer Vision, die hat auch einen deutlich weiteren Horizont als bis 2021.

Nicht alle Start-ups sind im Online-Handel erfolgreich. Was wird oft falsch gemacht?

Aus unserer Sicht wäre es ein großer Fehler, zu früh Investitionen in weiteres Wachstum und Kundenzufriedenheit herunterzufahren.

Herr Thomassin, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Thomas Müncher. Das Gespräch erschien im Rahmen der Titelstory in der aktuellen Ausgabe des GoingPublic Magazins – die vollständige Story können Sie hier nachlesen.

Über den Autor

Die GoingPublic Redaktion informiert über alle Börsengänge, Being Public, Investor Relations, Tax & Legal, Themen und Trends rund um die Hauptversammlung sowie Technologie – Finanzierung – Investment in den Lebenswissenschaften.