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Bildnachweis: Wefox Group.

Das Berliner Versicherungs-Start-up Wefox hat bei Investoren 650 Mio. USD eingesammelt. Mit dieser dritten Finanzierungsrunde steigt die Bewertung des 2014 gegründeten Insurtechs auf 3 Mrd. USD.

„Das ist weltweit die größte Finanzierungsrunde im Bereich Insurtech und ein riesiger Meilenstein für Wefox“, sagt Julian Teicke, CEO des Unternehmens, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben ursprünglich viel weniger Geld einsammeln wollen. Die Nachfrage war gigantisch.“

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Mit der Bewertung steigt Wefox in Deutschland in eine Liga mit den bislang erfolgreichsten Finanz-Start-ups N26 und Trade Republic auf. Diese sind nach ihren jüngsten Finanzierungsrunden ebenfalls mehr als 2 Mrd. USD wert. Die Gruppe der Wefox-Investoren wird angeführt vom Berliner Venture Capital-Geber VC Target Global, der auch Start-ups wie Delivery Hero und Auto1 mitfinanziert hat.

Wefox sei hervorragend aufgestellt, um das Thema Versicherung in Europa und global neu zu definieren, betont Teicke. Man wolle künftig im Versicherungsgewerbe „einer der ganz, ganz Großen“ sein. „Wir wollen bis Ende 2030 einer der dominanten Versicherungs-Player weltweit werden. Und dieses Investment ermöglicht uns, in einer höheren Liga mitzuspielen.“

Der Fokus bei der Expansion werde zunächst auf europäischen Märkten liegen. Bislang ist Wefox in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen aktiv. „In den nächsten zwei bis drei Jahren werden wir auch über Kontinente hinweg agieren“, kündigt Teicke an.

Wefox werde das Geld aus der Finanzierungsrunde auch in die IT-Entwicklung stecken, um damit „wirklich Technologieführer zu werden“. „Herkömmliche Versicherer haben im Durchschnitt einen Automatisierungsgrad von 10 bis 15%. Wir sind heute schon bei 80% und wollen auf 90%.“ Dies senke die Kosten und steigere die Kundenzufriedenheit, weil Schäden schnell beglichen würden.

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Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz will Wefox auch dazu beitragen, dass bestimmte Schäden erst gar nicht entstehen. So könnten Skifahrer vor einem heraufziehenden Sturm oder Touristen in einer Metropole von Taschendieben in der Umgebung gewarnt werden. „Mit der Finanzierungsrunde sind wir stark ausgestattet für die Eroberung eines Marktes, der riesig ist und unglaublich viel Potenzial hat“, sagt Teicke.

Die neue Finanzierungsrunde heizt auch Gerüchte um ein mögliches IPO des Insurtechs an. Bereits seit Anfang des Jahres wird spekuliert, ob Wefox an die Börse gehen will. Es wurde davon ausgegangen, dass Teicke sich eine neue Finanzierung sichern will, um damit das IPO zu finanzieren – möglicherweise könnten die 650 Mio. USD also nicht ausschließlich für die Expansion genutzt werden, sondern auch, um das Insurtech IPO-ready zu machen. Wefox äußerte sich auf Nachfrage nicht zu einem möglichen Börsengang.

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