Werbung

Zahlen

Die Entwicklung verlief in den letzten Jahren stürmisch: 2018 stieg der Umsatz um 31% auf 332,3 Mio. EUR. Aufgrund des nachlassenden Basiseffekts flachen die Wachstumsraten allerdings über die Jahre etwas ab. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 13,6 Mio. EUR, entsprechend einer Marge von 4,1%, nach 3,7% in den beiden Vorjahren. Das Management erwartet weiterhin zweistellige Wachstumsraten. Auch auf längere Sicht ist mit jährlichen Wachstumsraten von mehr als 20% zu rechnen, da neue Märkte wie Frankreich, Belgien oder Irland nahezu unerschlossen sind. Die EBITDA-Marge könnte auch deutlich über 4% steigen, sofern das neue und potenziell margenstarke Geschäftsfeld Klinische Studien die Erwartungen erfüllt. Die Nettoumsatzrendite soll sich zwischen 2,5 und 3% bewegen. Da jedoch die nicht unwesentlichen Investitionen in die Expansion, steigende Personalkosten und auch IPO- und Folgekosten zu Buche schlagen, wird vorsichtshalber in den Schätzungen für 2019 von einer unterdurchschnittlichen Gewinnsteigerung ausgegangen.

Stärken & Schwächen

+ starke Wettbewerbsstellung im EU-Parallelmarkt für Arzneimittel
+ weiterhin Wachstumsraten über 20%
+ Expansionsmöglichkeiten
+ Gewinner des Mega-Trends zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen

– hohe Bewertung mit KGV 19e von 26-28
– Parallelhandel unterliegt in hohem Maße Gesetzänderungsrisiken
– Hersteller könnten restriktiver werden bei der Lizenzvergabe
– nachhaltige Akzeptanz an der Börse als SmallCap finden

Bewertung

Mit 160 bis 176 Mio. EUR Emissionsbewertung erscheint die Aktie des Börsenaspiranten zwar ambitioniert, nicht jedoch überzogen bewertet. Historisch hohe Wachstumsraten haben ihren Preis. Allerdings sind die Chancen für eine weiterhin hohe Dynamik relativ gut: Die Wettbewerbsrisiken bleiben überschaubar. In den drei Jahren vor dem Börsengang lag die Eigenkapitalrendite bei durchschnittlich über 40%, die operativen Margen wurden ausgeweitet. Im Universum der Pharma-Aktien sind über dem Marktdurchschnitt liegende Bewertungen eher die Regel als die Ausnahme, dafür herrscht generell eine starke Resistenz gegen konjunkturellen Gegenwind. Weiterhin zeichnet sich die ganze Branche durch hohe und meist auch nachhaltige Gewinnmargen aus.

John Wagner ist Mitgründer von Abacus

Fazit

Durch die Bearbeitung des Marktes für den Parallelhandel mit Arzneimitteln im gesamten EU-Raum unterscheidet sich Abacus Medicine klar von seinen Wettbewerbern. Die bisher verfolgte Expansionsstrategie und Konzentration auf das hochpreisige Segment haben dem Unternehmen solide Wachstumsraten beschert. Aufgrund des Zwanges zur Kostendämpfung in den Gesundheitssystemen in den Ländern der EU profitiert der Parallelmarkt und hilft die Kosten für die Medikationen zu verringern. Die Positionierung von Abacus Medicine ist bestens geeignet weitere Marktanteile zu gewinnen und den Markt europaweit zu konsolidieren. Skaleneffekte spielen in fragmentierten Märkten oft die entscheidende Rolle. Das Marktvolumen des EU-Parallelmarktes dürfte in absehbarer Zeit von aktuell 5,4 Mrd. Euro auf über 10 Mrd. EUR ansteigen.

Fotos / Grafik: @Abacus Medicine

Abacus Medicine -Angebotsübersicht Emissionsparameter
WKN A2N 6X0
Zeichnungsfrist noch vsl. bis 29. Mai
Erstnotiz   vsl. 31. Mai
Preisspanne 14,50 bis 16 EUR
MarketCap  160 bis 176,6 Mio. EUR
Marktsegment Frankfurt/Main (Prime Standard)
Emissionsprospekt ja
Emissionsvolumen 71,8 bis 79,2 Mio. EUR (inkl. Greenshoe)
Konsortium Berenberg  (Sole Global Coordinator, Sole Bookrunner)
Free Float max. 45%

Weiter nächste Seite zum Interview mit CEO Flemming Wagner, Abacus Medicine