Adam Kostyál, Nasdaq
Adam Kostyál, Nasdaq

Healthcare und Technologie an der Nasdaq
An der Nasdaq sind derzeit sieben deutsche Unternehmen gelistet. Sie stammen aus den Sektoren Healthcare, Technologie und Industrie. So sammelte das in Heidelberg ansässige Unternehmen Affimed bei seinem Börsengang im September 2014 rund 56 Mio. USD ein. Affimed entwickelt innovative therapeutische Antikörper im Bereich der Immun-Onkologie, bei der die körpereigenen Abwehrmechanismen zur Bekämpfung von Krebszellen aktiviert werden. „Unternehmen haben bei uns den Zugang zu den größten und liquidesten Kapitalmärkten. Durch das IPO entsteht zudem eine erhöhte Sichtbarkeit. Die Nasdaq kann auf eine lange IPO- Geschichte von ausländischen Firmen aus Europa, Israel und Asien zurückblicken“, betont Adam Kostyál, Senior Vice President, Listing Services, EMEA, Nasdaq. An der New Yorker Börse boomen also vor allem die Bereiche Technologie und Gesundheit. „Es besteht ein großes Interesse an Unternehmen, die innovative biotechnologische Therapien entwickeln“, begründet Kostyál den Aufstieg des medizinischen Sektors. So gebe es mehr als 100 Arten von Krebs, die es zu heilen gelte. Technologie ist seiner Meinung nach stark gefragt, da die Konsumenten Tag für Tag mehr Technologie in ihren Alltag einbinden. So sei die Nachfrage nach Unternehmenssoftware, E-Commerce und Social Media gestiegen, was sich eben auch in der steigenden Anzahl von Börsengängen äußere.

USA als liquidester Markt der Welt
„Die Nasdaq ist das einzige globale Börsenunternehmen, das Listingplattformen sowohl in den USA als auch an vielen
Standorten in Europa bietet“, unterstreicht Kostyál. „Unabhängig davon, ob ein Unternehmen in Europa, in den USA oder in beiden Regionen zugleich gelistet werden will: Unsere Aktivitäten sind global. Wir können die Unternehmen auch von ihrem Heimmarkt im gesamten IPO-Prozess unterstützen.“ Der Nasdaq-Profi findet es wichtig, daran zu erinnern, dass Nordamerika ein wettbewerbsfähiger Markt ist. Einerseits könne es dort auch schwierig für europäische Unternehmen sein, das Interesse aus einer großen Anzahl von Investoren auf sich zu lenken. Andererseits biete das IPO zugleich die Möglichkeit, sich zu stärken. So sei es leichter, Beziehungen mit Partnern, Kunden und anderen Interessengruppen in den USA und anderen Ländern aufzubauen. „Die US-Kapitalmärkte sind die liquidesten Märkte der Welt. Dies ermöglicht den Zugang zu mehr Investoren und zu mehr Kapital. Außerdem gibt es an unserer Börse mehr Peergroups – und somit mehr Analysten und Medien, die sich mit den Unternehmen beschäftigen“, fasst Kostyál schließlich die Vorzüge für ausländische Unternehmen zusammen.

Der Artikel erschien zuerst im GoingPublic-Magazin 8-2016.

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