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Im Gespräch mit dem GoingPublic Magazin erklärt Björn Holzwarth, Sprecher der German Property Partners, ob der Brexit Auswirkungen auf den Immobilienmarkt hat und wie es um den Büroraum und Business Districts in Deutschland bestellt ist.

GoingPublic: Herr Holzwarth, richtet sich der Blick der Investoren seit der Ankündigung des Brexit verstärkt nach Deutschland?
Björn Holzwarth, German Property Partners
Björn Holzwarth, German Property Partners


Holzwarth: Deutschland ist generell in den letzten Jahren bei internationalen Investoren sehr gut nachgefragt, gilt es für sie doch schon lange als ‚sicherer Hafen‘. In den letzten Monaten hat es sogar London vom ersten Platz verdrängt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland stimmen einfach und machen es unabhängig von den möglichen Auswirkungen des Brexit für ausländische Investoren interessant. Insgesamt gingen Investoren im ersten Halbjahr auf dem gewerblichen Investmentmarkt in Deutschlands Top-7-Standorten Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Köln, Düsseldorf und Stuttgart für knapp 4,5 Mrd. EUR auf Einkaufstour.

GoingPublic: In Frankfurt will man ja angeblich, so munkelt man, schon die ersten Auswirkungen des Brexit – so er denn am Ende wirklich kommt – erkennen. Sehen Sie es ähnlich?

Holzwarth: Was den Bürovermietungsmarkt betrifft, so verzeichnet unser Makler-Netzwerk German Property Partners in Frankfurt aktuell noch keine durch den Brexit hervorgerufenen Abschlüsse. Ich rechne auch bis Jahresende nicht mit einer solchen Welle. Aber natürlich informieren sich Unternehmen zurzeit prophylaktisch über die Möglichkeiten. Einige Unternehmensvertreter angelsächsischer Banken besichtigen sogar vor Ort Liegenschaften. Bis jetzt gibt es jedoch keine unterschriebenen Mietverträge, sondern lediglich informelle Interessensbekundungen.

GoingPublic: Würde nur Frankfurt und Umland betroffen sein von steigender Nachfrage nach Wohn- und Geschäftsraum, oder an was müsste man im Falle eines Falles alles denken?


Holzwarth: Das muss man differenziert betrachten, denn das Angebot an Büromietflächen ist sehr gut, während das Angebot an Wohnflächen eher begrenzt ist. Unternehmen, die wegen des Brexits nach Frankfurt kommen, sind ausschließlich an Flächen im Central Business District und insbesondere im Bankenviertel und dem Westend interessiert. Büros der größeren und mittleren Flächenklasse sind heute und in Zukunft durch den Bau einiger bislang noch nicht vermieteter neuer Hochhäuser ausreichend verfügbar.

GoingPublic: …und was hieße das für Wohnraum?

Holzwarth: Wohnraum ist in Frankfurt und Umland hingegen knapp und sehr teuer, sodass auch eine nur leicht steigende Nachfrage durch Brexit-Umzüge die Preise weiter in die Höhe treiben und die Verknappung noch weiter verschärfen würde. Dass andere deutsche Städte von Finanzdienstleistern nachgefragt werden, davon gehe ich eher nicht aus. Anders könnte es sich mit den beratenden Unternehmen rund um die Finanzdienstleistungsbranche verhalten. Berlin beispielsweise ist bei internationalen Unternehmen als Standort generell sehr gefragt.

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