Spannendes M&A-Tauziehen um das Bankhaus Lampe: Laut diverser Medienberichte könnte das Traditionshaus vom chinesischen Privatunternehmen Fosun übernommen werden. Noch befindet sich Lampe in den Händen des Familienunternehmens Dr. August Oetker KG  –  diese planen bereits seit Herbst letzten Jahres den Verkauf ihres Bankhauses.

Wie in Finanzkreisen bestätigt wird, hat Oetker den Kreis der an Lampe interessierten Bieter deutlich eingeschränkt:  Ausgeschieden sind die Schweizer Großbank UBS und die Franzosen Oddo, die 2016 die Frankfurter BHF-Bank übernommen haben. Auch das der holländischen Bank ABN Amro gehörende Bankhaus Bethmann bietet nach Informationen der FAZ nicht länger für die Lampe-Bank mit.

Chinesen sollen Oddo überboten haben

Laut Medienberichten soll der chinesische Mischkonzern Fosun nun ganz vorne mit dabei sein: Die Chinesen sollen die Oddo-Offerte, die sich auf 200 bis 300 Mio. EUR belaufen haben soll, wohl deutlich überboten haben. Offiziell bestätigt wurden diese Angaben jedoch bislang nicht. Fosun selbst ist durch seine Tochter Hauck & Aufhäuser bereits mit dem deutschen Privatbank-Metier vertraut.

Das  1852 gegründete Bankhaus Lampe war zuletzt angeschlagen: 2018 erreichten die Bielefelder dem Vernehmen nach mit knapp 15 Mio. EUR den niedrigsten Gewinn seit fünf Jahren. Das verwaltete Vermögen sank von 22,4 auf 19,1 Mrd. EUR.

Konsolidierungstrend

Sollte Lampe nun von Fosun übernommen werden, setzt sich die Welle der Konsolidierungen am deutschen Privatbank-Sektor fort:  So hat seit August 2019 die fränkische Bank Schilling mit der Münchener Merkur Bank einen neuen Besitzer. Im November 2019 schloss zudem der US-Finanzdienstleister Stifel die Übernahme der Frankfurter Mainfirst ab; die Frankfurter equinet Bank wurde bereits 2018 von der norwegischen Pareto Securities geschluckt.

Das Bankhaus Lampe ist in Deutschland an 12 Standorten vertreten: Neben dem Stammsitz in Bielefeld gibt es noch Niederlassungen und Tochtergesellschaften in Berlin, Bonn, Bremen, Düsseldorf, Dresden, Frankfurt/Main, Hamburg, München, Münster, Osnabrück, Stuttgart und Wien.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redaktionsleitern Kapitalmarktmedien bei der GoingPublic Media AG. Ihre Schwerpunktbereiche liegen bei Themen rund um IPOs, Investor Relations, Unternehmensfinanzierung und den Kapitalmärkten in Österreich und der Schweiz.