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Bildnachweis: ©Looker_Studio – stock.adobe.com, MM Warburg.

Mit MiFID II hat sich Aktienresearch deutlich verändert: Gerade kleinere und mittlere Unternehmen verschwinden vom Radar der Analysten. Das macht den Firmen Probleme; sie haben Mühe, bekannt zu werden und Investoren zu finden. Ein Ausweg kann bezahltes SmallCap Research sein.

MiFID II hat das Aktienresearch komplett verändert: Wurden Kosten früher indirekt mit den Handelsgebühren beglichen, müssen Investoren dafür nun selbst aufkommen. Dazu sind allerdings viele nicht bereit, was zur Folge hat, dass viele Stellen von Analysten abgebaut werden. In den letzten zwei Jahren hat sich deshalb bereits eine Reihe von renommierten Häusern aus dem Segment Small und MidCaps zurückgezogen.

Darunter leiden besonders kleine und mittlere Unternehmen, die nun zunehmend Schwierigkeiten haben, das Interesse von Investoren zu wecken und sich über den Kapitalmarkt zu refinanzieren. Da die Bezahlung für Research mit MiFID II deutlich geringer geworden ist, konzentrieren sich die meisten Analysten vornehmlich auf LargeCap-Titel etwa aus dem DAX, da für diese das Interesse – und somit die Relevanz für die Investorenkundschaft – am größten ist. In der Konsequenz fallen viele kleinere Firmen durchs Raster.

Lesen Sie hier unsere IPO News.

Research schafft ein Grundverständnis

Gute Coverage verschafft Anlegern ein Grundverständnis von einem Unternehmen und gibt ihnen die Möglichkeit, dessen Entwicklung einzuschätzen und zu verfolgen. Darüber hinaus sind einige institutionelle Investoren auf Research angewiesen, sonst dürfen sie laut Vorgaben nicht investieren. Gutes Research erleichtert Anlegern also ihre Investmentselektion und verschafft Unternehmen dringend benötigte Aufmerksamkeit.

Diese Leistung gibt es allerdings nicht kostenlos. An bezahltem Research führt daher derzeit kein Weg vorbei. Wie Henning Gebhard kürzlich in einem Artikel im GoingPublic Magazin (bzw. e-Magazin, Seiten 48/49) richtig feststellte, konnte sich das Modell in Deutschland zwar bisher nicht vollständig durchsetzen. Dennoch spielen gerade Häuser, die sich auf Nischenangebote spezialisieren, mit ihrem Research für Small und MidCaps eine unverzichtbare Rolle für Unternehmen, Investoren und den Kapitalmarkt.

Lesen Sie hier unseren Beitrag von Henning Gebhardt zum Thema Research.

Bezahltes Research ist unabhängig

Doch kann bezahlte Coverage überhaupt unabhängig sein? Durchaus: Jede Bank, die an einer nachhaltigen Geschäftsbeziehung interessiert ist, wird darauf bedacht sein, den guten Ruf ihres Hauses zu schützen. Und wenn Unternehmen wie Analysten transparent in den Prozessen bleiben, ist sichergestellt, dass es keine Verquickung mit anderen wirtschaftlichen Interessen gibt. Auch die großen Ratingagenturen S&P und Moody’s setzen im Übrigen erfolgreich auf bezahltes Research. Und sie haben bewiesen, wie es nach einem großen Schock wie der Finanzkrise 2008 gelingen kann, mit mehr Transparenz wieder Vertrauen in Issuer Paid Research herzustellen.

Als Marktführer in diesem Segment im deutschen Markt hat Warburg großes Interesse daran, dass auch andere Häuser hochwertiges Research bei Small und MidCaps anbieten. Dass es davon derzeit immer weniger gibt, ist nicht im Sinne des Marktes. Auch der Gesetzgeber hat das offenbar erkannt: Die Regelung zur Bezahlung von Analystenhäusern steht nun auf dem Prüfstand. Aber egal, ob dies am Ende dazu führen wird, dass Research wieder mit den Handelsgebühren beglichen wird, oder nicht: Auf die Qualität der Arbeit von Analysten wird diese Entscheidung keinen Einfluss haben.

 

Über den Autor:
Matthias Rode ist Head of Equities bei M.M.Warburg & Co.