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Bildnachweis: Foto: © Production Perig – stock.adobe.com.

Das GoingPublic Magazin sprach mit Thorsten Greinus etwas über die Trends der nächsten Saison: darunter ­Social Media, ESG-Thematiken und der Reporting-Check-up.

GoingPublic: Herr Greinus, Corona hat auch die Welt der Hauptversammlungen durcheinandergewirbelt. Welche Auswirkungen sehen Sie vor allem im Hinblick auf den gedruckten Geschäftsbericht – mithin die Visitenkarte eines Unternehmens?

Greinus: So gravierend sind die Auswirkungen nicht – der Geschäftsbericht wird ohnehin zunehmend als PDF angeboten. Corona mag diese Entwicklung noch verstärkt haben.

Der gedruckte Geschäftsbericht wird nochmals ein Stück weit zurecht­gestutzt?

Nur sehr wenige Konzerne veröffent­lichen aktuell einen gedruckten Geschäfts­bericht. Das heißt keineswegs, dass ein PDF oder ein Onlinebericht ­weniger ­anspruchsvoll ist – im Gegenteil: Er bietet zusätzliche inhaltliche Möglichkeiten. ­Dieser Trend wird sich durchsetzen.

Welche sonstigen Trends sehen Sie für den Rest von 2021 und für die Berichtssaison 2022?

Die Themen Verantwortung, Gemeinschaftssinn und Impact, insbesondere ­unter dem Einfluss aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und Regelwerke wie z.B. Environment, Social, Governance (ESG). Für einige Konzerne wird auch die EU-Taxonomie eine wichtige Rolle spielen. ESG oder der DAX 50 ESG signalisieren ­einen Wertewandel. Unternehmen haben nun die Chance, ihre Positionierung über die Wirkung ihres Handelns mit zukunftsfähigen und dialogorientierten Reportingkonzepten auszubauen, beispielsweise mit einem „Impact Report“.

Und etwa über Social Media?

Das ist eine Frage der Inhalte. Zudem drängt sich eine weitere Frage auf: ­Welcher Kanal ist der richtige? Und ja: Das ­Reporting wird zunehmend social. Für den direkten Kontakt mit den Stake­holdern oder für das Ausspielen von ­Content-Snacks. Das Spannende am Social Reporting ist aber nicht, dass die sozialen Medien als Kanal für die Finanzkommunikation genutzt werden können – spannend ist vielmehr die Frage: Wie gelingt es, eine Botschaft inhaltlich und visuell auf den Punkt zu bringen?

Wie steht es um „Sustainability Washing“?

Der Begriff Sustainability ist heute ­ohnehin zu eng gedacht. Aktuelle Entwicklungen wie ESG weisen den Weg. Wichtiger als dieser Aspekt ist aber die Wirkung: ­Impact als prägende kommunikative und markenbildende Komponente der Berichterstattung, durch den Aufbau einer ­Resonanzbeziehung mit den Stakeholdern, Beziehungen, die im Sinne eines Social ­Reportings auch in den sozialen Kanälen gepflegt werden können. Wer wirkungsvoll handelt und zukunftsfähig berichtet, setzt sich auch nicht dem Vorwurf aus, Sustainability Washing zu betreiben.

Sie bieten vielleicht nicht zuletzt deshalb ein „Reporting-Check-up“ an. Worum handelt es sich dabei?

Das ist eine Möglichkeit für bestehende Kunden und interessierte Unternehmen, ihre Reportingstrategie beurteilen zu ­lassen. Wir werfen einen konkreten Blick auf die Inhalte, aber auch auf die Optik, die Zielgruppenansprache oder die ­Kommunikationskanäle. Hintergrund ist, dass wir in den Dialog mit Interessenten treten möchten. Vielleicht bestehen Anknüpfungspunkte oder der Wunsch nach Optimierungen im Hinblick auf „Content Promotion“ oder „IR-Branding“.

Der Check-up ist kostenlos. Wie geht es dann weiter?

Wir sprechen Empfehlungen aus. Dazu ­benötigen wir lediglich ein paar Infor­mationen zum aktuellen Rahmen der ­Berichterstattung mit Blick auf Print, das Onlineangebot und einer unter Umständen vorhandenen Medienverzahnung.

Besteht nicht die Gefahr, dass ein Emittent mit dieser Zweitmeinung zu seiner bestehenden Agentur geht und sagt: Wir hätten da noch einige eigene Ideen?

Die Gefahr besteht natürlich. Vielleicht ­erkennen die Emittenten, dass der Umsetzungspartner Empfehlungen inhaltlich oder technisch nicht in erforderlichem Maße umsetzen kann. Das wäre schon ­einmal ein Anfang.

Herr Greinus, vielen Dank für das ­interessante Gespräch!

Das Interview führte Falko Bozicevic.

 


ZUM INTERVIEWPARTNER
Seit vielen Jahren entwickelt Thorsten Greinus Marken, stets mit dem Ziel, diese inhaltlich und visuell zu positionieren. Seit 2015 unterstützt der Hamburger als Creative Director die Agentur wirDesign in den Bereichen Branding und Reporting sowie bei der Entwicklung von Contentstrategien.