ssensbasiertes Gründen ist anspruchsvoll. Eine offizielle Anerkennung für ein hohes Maß an Erfindergeist und Professionalität erhielten elf Gründerteams, die an der Konzeptphase des bundesweiten Businessplan-Wettbewerbs des Science4Life e.V. teilgenommen haben.

Die beiden Schirmherren der Gründerinitiative, der Hessische Wirtschaftsstaatssekretär Mathias Samson und der administrative Leiter Forschung und Entwicklung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Dr. Karl-Heinz Baringhaus, unterstrichen anlässlich der Verleihung die Bedeutung von High-Tech Gründungen für die wirtschaftliche Dynamik, das Gesundheitssystem und die Energiewende. Erfreut zeigten sich die beiden auch über die gute Resonanz auf den Spezialpreis. Der Science4Life Energy Cup wurde in dieser Wettbewerbsrunde zum ersten Mal an Gründer mit Geschäftsideen aus dem Themenfeld Energie verliehen.

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219 Teilnehmer aus nahezu allen Bundesländern ließen insgesamt 68 Konzepte von den Science4Life-Experten begutachten. Aus Bayern und Hessen kamen in diesem Jahr die meisten Einreichungen. Stark vertreten waren Innovationen aus den Branchen Pharma, Rote Biotechnologie, Medizintechnik sowie Energieeffizienz.

Erhöhte Findungsrate bei der Wirkstoffsuche

Zehn Gewinnerteams wurden für Konzepte ausgezeichnet. Darunter ist ein Team (CrystalsFirst), dessen Innovation die Findungsrate bei der Wirkstoffsuche erhöht. Ein weiteres Gründerteam (GoSilico GmbH) ersetzt langwierige Laborexperimente zur Herstellung von Biopharmazeutika durch schnelle Computersimulation.

Antibody Drug Conjugates (ADC) gelten als große Hoffnungsträger in der Onkologie. Ein molekularer Kleber erhöht die Stabilität der ADCs und könnte somit die Wirksamkeit von Chemotherapien verbessern (Tubulis Technologies). Personalisierte Prothesen und Orthesen könnten bald mittels 3D-Drucker erzeugt und passgenau für Patienten angefertigt werden (Mecuris GmbH). Im Bereich der Medizintechnik bringt eine neue Messmethode bei der Augen-Operation des Grauen Stars mehr Sicherheit (AkknaTek).

Gewinner aus dem Diagnostik-Bereich

Je schneller und exakter medizinische Diagnosen gestellt werden, desto besser wird den Patienten geholfen. Zwei Gewinnerteams widmen sich der technischen Weiterentwicklung der Laborausstattung. Beispielsweise werden teure Probenträger aus Diamant durch Einwegprobenträger aus Silizium ersetzt (ATR Elements) und jedes biologische Labor in die Lage versetzt, ein Hochdurchsatzscreening ohne aufwändige Robotik durchzuführen (AQUARRAY). Mehr Sicherheit könnte es bald bei der Krebsdiagnose durch eine Vollautomatisierung und Vernetzung der Labore in Kliniken und Pathologien geben (inveox GmbH). Ein weiteres Team setzt sich ebenfalls mit der Verbesserung und Vereinfachung von Diagnosestellungen auseinander. Frauen sollen zukünftig die Möglichkeit erhalten, sich von zuhause aus auf Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs unkompliziert und zuverlässig zu testen (NovoScreen).

Leistungsfähigkeit von Batteriesystemen

Ein Team gewann mit seinem neu entwickelten Testverfahren zusätzlich den Spezialpreis Science4Life Energy Cup. Das Verfahren ermöglicht, die Leistungsfähigkeit von Batteriesystemen präzise und gleichzeitig schnell zu überprüfen. Dies könnte einen großen Fortschritt für die E-Mobilität bedeuten (Li.plus GmbH). Ebenfalls mit dem Spezialpreis Science4Life Energy Cup geehrt wurde ein viel Beitrag zur Energiewende. So soll in naher Zukunft die Stromnetzstabilisierung durch adaptive Schwungmassenspeicher erfolgen und auf diese Weise konventionelle Kraftwerke als Regelkraftwerke ersetzen (Adaptive Balancing Power GmbH). Um den Spezialpreis Science4Life Energy Cup hatten sich insgesamt 23 Gründerteams beworben.

High-Tch-Gründungen sind wichtig für Big Pharma

Karl-Heinz Baringhaus von Sanofi unterstrich die Bedeutung der Förderung von High-Tech Gründungen aus Sicht des Gesundheitsunternehmens: „Als ein global agierendes Unternehmen möchten wir mit Partnern und Initiativen die Folgen des Klimawandels für die menschliche Gesundheit stärker in den Blickpunkt rücken. Gemeinsam müssen wir uns diesen Themen stellen und durch pfiffige Gründer und Konzepte weiterhin in die Zukunft investieren, denn wir wollen in allen Bereichen stetig besser werden“, so Baringhaus. „Es gibt nach wie vor viele Therapiegebiete und Erkrankungen, in denen Patienten einen hohen medizinischen Bedarf an Therapeutika und neuen Therapie-Strategien haben. Dies gilt für die Onkologie und auch für den Bereich Diabetes und das, obwohl wir hier bereits grundsätzlich eine gute Versorgung haben.“

Alle Teams erhielten Preisgelder von je 1.000 EUR. Weiterführende Unterstützung gibt es in der Businessplanphase. Alle bisherigen Teilnehmer sowie Neueinsteiger haben die Möglichkeit, ihren ausformulierten Businessplan bei Science4Life einzureichen und durch Expertenmeinungen neue Perspektiven für die Gründungspraxis zu erlangen.

Science4Life Technology Slam am 9. Mai – Prämierung der Gewinner am 26. Juni

Darüber hinaus werden Preisgelder von insgesamt 66.000 EUR an die Gewinner des Science4Life Venture Cup und des Spezialpreises Science4Life Energy Cup vergeben. Einsendeschluss ist der 21. April 2017. Die Prämierung der Gewinner des Science4Life Venture Cup 2017 findet am 26. Juni 2017 in Wiesbaden statt. Die Möglichkeit, vor Investoren und Meinungsbildnern zu präsentieren und Kontakte zum umfangreichen Netzwerk zu knüpfen, bietet der Science4Life Technology Slam am 9. Mai 2017. Gastgeber ist die KfW Bank in Frankfurt.

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