Die deutschen Medizintechnik-Hersteller profitieren von der Digitalisierung in der Medizin. So rechneten die im Branchenverband SPECTARIS organisierten Unternehmen für das vergangene und das aktuelle Jahr mit einem Wachstum von jeweils fünf Prozent. Eine Haupttriebfeder sieht der Verband in der Digitalisierung. Davon profitieren nicht nur große Unternehmen, sondern weltweit auch Start-ups. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich auch die mit mehr als 5.000 Ausstellern aus rund 70 Nationen weltführende Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf verstärkt zu einem Hotspot für innovative junge Unternehmen. Sie soll vom 12. bis 15. November den weltweiten Trend zur Digitalisierung im Gesundheitswesen auch unter diesem Aspekt widerspiegeln.

„MEDICA DISRUPT“ und „MEDICA START-UP PARK“

So präsentieren sich täglich neue Start-ups unter dem Motto „MEDICA DISRUPT“ im Rahmen des MEDICA CONNECTED HEALTHCARE FORUM und der MEDICA App COMPETITION (Halle 15). Die Bühne betreten werden insgesamt mehr als 50 Start-ups, die Lösungen für die Behandlung von Hautkrebs, von chronischen Krankheiten (beispielsweise an Herz und Lunge), für das Telemonitoring bis hin zum Tracking von Vitalparametern und Aktivität vorstellen.

Im MEDICA START-UP PARK und in den Gemeinschaftsständen insbesondere von Frankreich, Israel und Finnland finden sich ebenfalls spannende Start-ups. Viele bieten Lösungen für die Prävention und Therapie schwerwiegender Erkrankungen.

Hautkrebs früh erkennen

Das Start-up Magnosco aus Berlin wird seine Methode zur Hautkrebsfrüherkennung mittels Laser im MEDICA START-UP PARK (Halle 15) vorstellen. Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung. Allein in Deutschland erkranken mehr als 200.000 Personen jedes Jahr neu daran. Das zugrundeliegende Verfahren von Magnosco verwendet einen neuartigen Ansatz zur Früherkennung. Melanin wird bei dieser patentierten Technologie mit Laser zum Leuchten angeregt. Diese Fluoreszenz wird aufgezeichnet. Krebszellen leuchten unter diesen Bedingungen etwas anders als gesunde Zellen. Diese Unterschiede erkennt ein Algorithmus, der die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung des Gewebes errechnet. Das Verfahren ist recht einfach zu nutzen. Der Anwender ist nicht darauf angewiesen, Bilder zu interpretieren. Der Wert, den das Gerät auswirft, ist ein Maß für Risiko, dass ein bösartiger Hautkrebs vorliegt. Dies ist eine der wenigen Anwendungen, die ohne App auskommen. Dermatologen und geschulte Allgemeinmediziner können sie bereits jetzt nutzen, wobei die Dermatofluoroskopie sowohl an lebenden wie auch an isolierten Präparaten genutzt werden kann.

Sicherheit für den Nachwuchs

Einige der Start-ups greifen einen länderübergreifenden Trend auf, der auch an Deutschland nicht vorbeigeht: Eltern insbesondere von chronisch erkrankten Kindern bekommen dank moderner Technologien mehr Sicherheit. “Das `smart cot´ ist das technologisch innovativste Gitterbett, das jemals produziert wurde”, beschreibt die Londoner Firma Nachshon ihr digitalisiertes Gitterbett. Es bietet nicht nur eine eingebaute Kamera, mit der Eltern das Baby beobachten können. In die Matratze des Bettes sind auch Sensoren eingebaut, die das Gewicht des Kindes und dessen Körpertemperatur messen. Das Bett gibt Alarm, wenn der Atem für 15 Sekunden aussetzt. Die Erfassung der Sauerstoffkonzentration im Blut hilft die Gesundheit des Babys zu überwachen. Eine Bilderkennung ermöglicht es, zu sehen wie es dem Baby gerade geht, und die Entwicklung und die Fortschritte des Babys zu verfolgen.

Wie gut ist deine Lunge wirklich?

Sogar das klassische Stethoskop wird digital und vernetzt – und auch für Eltern nutzbar. StethoMe ist ein schnurloses Stethoskop, mit dem selbst Laien Lunge und Herz ihrer Kinder untersuchen können. Die Sieger des `IOT/WT Innovation World Cup 2018´ in der Kategorie “Healthcare” wollen so den Eltern ermöglichen, den Zustand der Atemwege ihrer Kinder an jedem Ort und zu jeder Zeit überprüfen und die Daten mit medizinischen Experten austauschen zu können. Dies kann bei Kindern mit chronischen Lungenerkrankungen häufige Fahrten und Klinik-Aufenthalte vermeiden. Die notwendigen Algorithmen werden mit künstlicher Intelligenz optimiert, was die Auskultationsdiagnostik deutlich verbessern und objektivieren soll. Dazu wird eine große Datenbank von Auskultationsgeräuschen, die von Spezialisten charakterisiert wurden, ausgewertet. Ziel ist die qualitative Verbesserung der Diagnostik und der Therapieüberwachung bei chronischen Krankheiten wie Asthma.

Innovationen gegen Asthma

Asthma-Patienten sollen auch vom polnischen FindAir ONE profitieren, den Mit-Gründer Tomasz Mike bei der MEDICA 2018 ebenfalls am Montag, 13. November, vorstellen wird. Es handelt sich dabei um eine smarte Inhalator-Applikation. Diese sammelt Informationen über die inhalierte Arzneimittel-Dosis und die Umwelt-Bedingungen, bei denen das Arzneimittel inhaliert wird. Sowohl der Patient als auch der behandelnde Arzt bekommen so wichtige Informationen, die helfen können, die Behandlung individuell anzupassen.

Die beste Health-App-Lösung

Bei der MEDICA 2018 wird auch bereits zum 7. Mal der Live-Wettbewerb um die beste Health-App-Lösung ausgetragen, die MEDICA App COMPETITION. Unter allen bis zum 30. September 2018 eingegangenen Bewerbungen wählt eine zehnköpfige Experten-Jury 10 Start-ups aus, die sich dann mit ihrer App-Lösung für den Einsatz im Patienten-, Arzt- und Klinikalltag live bei der MEDICA App COMPETITION präsentieren dürfen. Der Live-Pitch um den Sieg ist eingebettet in eine Session des MEDICA CONNECTED HEALTHCARE FORUM am Mittwoch, 14. November.

Weitere Informationen zur MEDICA 2018 oder auch zum MEDICA START-UP PARK online unter: http://www.medica.de.

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