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Mit der Forschungsgruppe VesselSens erhält erstmals ein Gründungsteam am Bonner Life Science Inkubator (LSI) eine Förderung im Rahmen des Förderprogramms EXIST-Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). VesselSens entwickelt Sensorik-Technologien, die die frühzeitige, nicht-invasive Detektion einer erneuten Gefäßverengung in einem Stent (Restenose) erlauben sollen. Für die weiteren präklinischen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erhält das Team unter Leitung von Alexej Domnich in den kommenden anderthalb Jahren 984.000 EUR. Während des EXIST-Förderzeitraums soll auch die Unternehmensgründung der Medizintechnikfirma VesselSens erfolgen.

Behandlung nach Stentimplantation

Die VesselSens-Technologie ermöglicht Patienten und Ärzten, die Durchlässigkeit der Gefäßprothese nach einer Stentimplantation nicht-invasiv und zuverlässig zu überprüfen. Mit der Einbringung des Stents werden dabei in unmittelbarer Nachbarschaft Drucksensoren platziert, die die Pulswellengeschwindigkeit erfassen. Nimmt diese aufgrund einer Engstelle zu, lösen die Sensoren Alarm aus. Damit kann eine erneute Gefäßverengung frühzeitig erkannt werden.

Projektleiter Alexej Domnich verfolgt die inzwischen patentierte Idee eines ‚intelligenten Stents‘ seit 2010. Er war zunächst am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (Fraunhofer IPA) in Stuttgart tätig. Die Arbeiten wurden ab 2015 mit einem neuen Team in der Inkubation am LSI fortgesetzt und mit 1,7 Mio. EUR aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

In Deutschland rund 4,5 Mio. Menschen betroffen

Atherosklerose, die krankhafte Einlagerung von Fetten in der inneren Wandschicht arterieller Blutgefäße, ist die Hauptursache der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) und der koronaren Herzkrankheit (KHK). An der pAVK leiden in Deutschland rund 4,5 Mio. Menschen, Folgen sind u.a. Amputationen. Die KHK ist global die häufigste Todesursache. Die Behandlung der Erkrankung erfolgt oft mit Hilfe von Stents, röhrchenförmigen Spiraldrahtprothesen, die mit Hilfe von Kathetern implantiert werden. Jedes Jahr werden allein in deutschen Kliniken mehr als 500.000 Stents eingesetzt.