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Das biopharmazeutische Unternehmen vasopharm aus Würzburg hat eine Wachstumsfinanzierung in Höhe von 9,5 Mio. EUR abgeschlossen. Vasopharm entwickelt eine Therapie gegen Schädelhirntraumata. Co-Lead-Investoren der Runde sind HeidelbergCapital Private Equity und EF Investments, außerdem beteiligen sich die Bestandsinvestoren Bayern Kapital, Future Capital, Kunden der Hanseatic Asset Management und Ringtons Holdings. Darüber hinaus begrüßt vasopharm Creathor Ventures als neuen Investor.

Hauptprodukt VAS203 in klinischer Phase 3

Das Hauptprodukt von vasopharm, Ronopterin (VAS203), befindet sich in einer klinischen Phase-3-Studie zur Behandlung von Patienten mit mittelschwerem bis schwerem geschlossenem Schädelhirntrauma (SHT). SHT ist unter jungen Erwachsenen in entwickelten Ländern die häufigste Todesursache und Ursache für dauerhafte Behinderungen. Bislang gibt es keine bestehende medikamentöse Behandlung.

Ronopterin, ein allosterischer iNOS (inducible Nitric Oxide Synthase)-Inhibitor, befindet sich derzeit in einer 220 Patienten umfassenden europäischen Zulassungsstudie NOSTRA III (NO Synthase in TRAumatic Brain Injury). Die Rekrutierung von Patienten für die Studie soll im vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden. vasopharms NOSTRA III Studie ist demnach weltweit das am weitesten fortgeschrittene kommerzielle pharmakologische Programm an SHT-Patienten, das sich derzeit in klinischen Studien befindet.

Kommerzielle Produktion geplant

Die neue Finanzierung soll es dem Unternehmen nun ermöglichen, die CMC (Chemistry, Manufacturing, and Controls)-Scale-up- und Stabilitätsprüfungen in Vorbereitung auf die Produktion im kommerziellen Maßstab abzuschließen, bevor ein möglicher Marketing-Zulassungsantrag (MAA) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eingereicht werden kann. Darüber hinaus will das Unternehmen alternative Indikationen sondieren, die einen ähnlichen Wirkmechanismus aufweisen.

Christian Wandersee, CEO von vasopharm, kommentierte: „Nach der Empfehlung des Data Monitoring Committee (DMC), die NOSTRA-III-Studie protokollgemäß fortzusetzen, freuen wir uns, diese Finanzierungsrunde abzuschließen, und verfügen nun über die Ressourcen, um alle notwendigen Schritte zur Unterstützung einer möglichen Einreichung der klinischen Daten bei den Behörden im Jahr 2020 durchzuführen.“

Schädelhirntrauma ist die Ursache für rund 2,5 Mio. Notaufnahmen jährlich allein in Europa, rund 1 Mio. Krankenhauseinweisungen, fast 75.000 Todesfälle und rund 100.000 Fälle schwerer Langzeitbehinderung (beispielsweise funktionelle und kognitive Störungen, Lernbehinderungen). Die globale wirtschaftliche Belastung durch Schädelhirntraumata wird auf etwa 400 Mrd. USD geschätzt, wenn man auch die indirekten Kosten, wie Produktivitätsverlust, berücksichtigt.