Eine ausgewogene, gesunde Ernährung spielt in der heutigen Gesellschaft eine entscheidende Rolle. Statt Fertigprodukte und Fast-Food geht der Trend wieder zu frischen Lebensmitteln ohne künstliche Geschmacksverstärker. Basierend darauf gründet sich das Konzept von What the Food!, bei dem der Fokus auf Lebensmitteln mit positiven Nutzen auf die eigene Gesundheit steht. Im Gespräch mit dem GoingPublic Magazin erklären die beiden Gründerinnen des Start-up-Unternehmens, Nina Rümmele und Ekaterina Bozoukova, u.a. die Idee hinter ihrem Konzept und welches Wachstumspotential der Bereich „Healthy Food“ künftig bietet.

GoingPublic: Frau Ruemmele, Frau Bozoukova, mit Ihrem Unternehmen What the Food! stoßen Sie in einen interessanten Bereich vor. Welchen visionären Ansatz verfolgen Sie dabei?
Bozoukova: Unser Fokus liegt auf gesundem, leckerem Essen, wobei wir dieses nicht nur anbieten, sondern unsere Kunden auch spielerisch über die Mahlzeiten aufklären möchten. Dazu haben wir von Anfang eine Ernährungswissenschaftlerin an Bord geholt, die mit uns zusammen die Menüs durchforstet und geschaut hat, welche Effekte unsere Mahlzeiten auf den Körper haben. Zudem sind wir in stetigem Kontakt mit dem Gesundheitsamt sowie einem Lebensmittelrechtsanwalt, so dass wir uns auch jederzeit an die Richtlinien halten. Schließlich gibt es die sogenannte Health-Claim-Verordnung, die genau regelt, was man über Lebensmitteleffekte sagen darf.
Ruemmele: Wir möchten den Menschen in erster Linie auch wieder das Bewusstsein für gesundes und natürliches Essen geben, ohne auf Masse und Überfluss zu setzen. Dies ist ein wichtiger Punkt, da gutes Essen eben nicht in der Masse hergestellt wird, sondern es am Ende des Tages durchaus mal sein kann, dass bestimmte Lebensmittel aufgebraucht sind. Dafür stimmt dann die Qualität. Im Fokus dabei steht für uns deshalb immer ein ganzheitliches Ernährungskonzept.

Nina Ruemmele und Ekaterina Bozoukova
Nina Ruemmele und Ekaterina Bozoukova

GoingPublic: Auf welcher Basis begründen Sie ihr Konzept, besonders auch hinsichtlich von Lebensmittelunverträglichkeiten, die immer häufiger auftreten und bei ihnen ja auch große Beachtung finden?
Ruemmele: Dazu haben wir fast ein Jahr lang Research betrieben und z.B. untersucht, wie sich Fettleibigkeit und Diabetes in den letzten Jahren entwickelt haben und welcher Zusammenhang zur Lebensmittelindustrie hergestellt werden kann. Themen wie Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit sind in den letzten Jahren immer stärker aufgekommen und auch hier wollen wir gezielt ansetzen, um den Betroffenen einen größere Auswahl zu bieten, wenn sie auswärts essen möchten.

GoingPublic: Welches Wachstums- und Zukunftspotential sehen Sie im Bereich Healthcare & Food?
Ruemmele: Sieht man sich die Zahlen der Branche an, wird deutlich, dass der Markt immer stärker wächst. Betrachten wir z.B. unsere Konkurrenz, so fällt deutlich auf, dass diese im Anfangsstadium Wachstumsraten von hohen drei-stelligen %-Bereichen aufweisen konnten. Und auch später sind die meisten Unternehmen bis zu 30% gewachsen. Daran merkt man definitiv, dass der Markt von den Konsumenten getrieben wird. Gesundes Essen ist außerdem in den letzten Jahren ein richtiges Lifestyle-Thema geworden, besonders in Metropolen wie New York oder London. Hier findet man an jeder Ecke gesunde Smoothies und sogenannte Shots, wie z.B. Aloe shots. Dies ist ein Trend, der sich sicherlich auch in der Zukunft – auch außerhalb UKs und den USA – fortsetzen wird.
Bozoukova: Ein wichtiger Punkt ist hier, dass besonders im Gastronomiebereich Wachstum nicht nur durch einen Laden generiert wird, sondern Mehrere – sei es organisch, durch Franchisenehmer, Joint Venture Partner etc. Der Trend zum Multi-Unit-Wachstum für Konzepte wie diese ist auf jeden Fall zukunftsweisend.

GoingPublic: Sie sind ein klassisches Start-up-Unternehmen. Wie schätzen Sie die Finanzierung über Investoren ein, wie z.B. Business Angels für die Health-Branche?
Bozoukova: Besitzt ein Jungunternehmen wenig Eigenkapital, ist es automatisch auf Netzwerke zur Finanzierung angewiesen. Deshalb sind solche Finanzierungsformen besonders für Start-ups wichtig. Wir sind z.B. auf einer Matching-Veranstaltung zwischen Start-ups und Investoren auf die Food Angels aus Heilbronn gestoßen, die neben der Finanzierung auch das Wissen im Food-Bereich hatten und direkt bei uns eingestiegen sind. Zudem haben wir haben uns auch mit Crowdfunding beschäftigt. Jedoch war uns diese Option etwas zu aufwendig, da man es dort mit einer inhomogenen Masse an Investoren zu tun hat, mit denen man, insbesondere während der Kampagne, in Interaktion treten müsste. Da wir relativ schnell agieren wollten, fanden wir den Weg über die Business Angels deutlich zielführender für uns.

Kurzprofil What the food!
Kurzprofil What the food!

GoingPublic: Wie schätzen Sie die Trends in der Lebensmittelbranche generell ein, besonders auch in Bezug auf Transparenz? Mittlerweile findet man ja überall Nährwertangaben auf den Lebensmitteln.
Ruemmele: Transparenz und das Bewusstsein zum eigenen Leben werden immer wichtiger in der heutigen Gesellschaft. Durch steigende Digitalisierung und Soziale Medien wird der Mensch als solcher immer transparenter: So gibt es. z.B. Apps, die anzeigen, wie lange ich wie tief geschlafen habe. In Zukunft wird es also immer wichtiger werden, sich selbst zu tracken, sich selbst zu optimieren und dies alles auch transparent weiterzugeben.
Bozoukova: Interessant in dem Zusammenhang ist z.B. auch, dass ab Dezember laut neuer Gesetzgebung die Allergene in den Lebensmitteln offengelegt werden müssen. Somit wird es also künftig ein gesetzliches Minimum an Transparenz geben. Das Ausmaß der Transparenz ist natürlich offen, aber dadurch, dass das Interesse der Kunden da ist, z.B. durch die Nachfrage woher mein Huhn auf dem Teller kommt, ist dies ein eindeutiger Trend für die Zukunft. Man muss hier nur die richtige Balance finden zwischen wichtigen Informationen und Informationsüberfluss.

GoingPublic: Frau Ruemmele, Frau Bozoukova, vielen Dank für das nette Gespräch.

Das Interview führte Svenja Liebig

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