Der Mittelzufluss in die Life Science-Branche im abgelaufenen Quartal kann sich sehen lassen: Laut Burill & Co. flossen weltweit insgesamt 23,3 Mrd. USD in private und börsennotierte Life Science-Unternehmen – also 6,4 % mehr als in der Vorjahresperiode. Das billige Geld weiß nicht wohin und die Life Sciences bieten eine Kombination aus Innovationen und Aussichten auf gute Renditen. Selbst wenn die künftige Preisgestaltung für innovative neue Produkte nicht mehr unbegrenzt sein könnte, die Gewinne übersteigen mittelfristig meist die Investitionen – auch bei niedrigeren Arzneimittel-Preisen. Ein Blick auf die Fundamentaldaten vieler Unternehmen zeigt zudem, dass viele Ängste unbegründet seien.

Unternehmen wie Gilead Sciences sind fundamental stark und nicht so leicht zu erschüttern, auch wenn die Aktie im März etwa 14 % ihres Wertes verloren hat und mit einem KGV von über 30 noch immer eine stolze Bewertung aufweist. Ähnlich wie Gilead erging es auch Celgene: das Papier verlor im März mehr als 13 %. Allerdings haben sich beide Werte im Jahr 2013 fast verdoppelt. Biogen Idec war 2013 um 91 % gestiegen und gab im März etwas mehr als 10 % ab. Für G. Steven Burill, CEO der Burill Media, sei die Korrektur positiv. Die Biotech-Branche müsse zurück zu vernünftigen Bewertungen, so Burill in einem Statement. Kurskorrekturen, die Aktien in vernünftige Sphären bringen, sind wie ein reinigendes Gewitter und schützen Investoren vor unerwarteten Crashs.

IPO-Fieber hält an

Trotz der Kursverluste im März hat das IPO-Fieber die Branche noch immer fest im Griff. Von den 41 Börsengängen seit Jahresbeginn, fanden 34 an amerikanischen Börsen statt. Von den im ersten Quartal insgesamt eingesammelten 3 Mrd. USD, flossen 2,3 Mrd. in die 34 amerikanischen Börsenneulinge. Diese 34 Neuzugänge liegen durchschnittlich mit 27 % im Plus. Im ersten Quartal des letzten Jahres haben lediglich sieben Unternehmen weltweit den Sprung an die Börse gewagt und dabei 2,9 Mrd. USD eingesammelt. Davon waren alleine 2,6 Mrd. USD auf das Pfizer Spin off Zoetis entfallen. Im März 2014 gingen weltweit 15 Unternehmen an die Börse und sammelten während des IPOs insgesamt 1,3 Mrd. USD ein. Dass davon 911 Mio. USD alleine auf 12 IPOs an US-Börsen entfielen, zeigt die Überlegenheit der Branche in den USA. Im März des Vorjahres waren es gerade einmal zwei IPOs mit einer Investitionssumme von 145 Mio. USD.

Private Equity in Q1/14

Auch Privates Eigenkapital (PE) scheint noch im Überfluss vorhanden zu sein – wenn auch hier deutsche Unternehmen weniger stark profitieren als die angelsächsische Konkurrenz. 21,8 % mehr PE floss im Vergleich zum Vorjahr in den ersten drei Monaten des Jahres 2014 in private Biotech-Unternehmen. Weltweit waren dies rund 3,3 Mrd. USD. Profiteure waren die irische Adapt Pharma, die sich über 100 Mio. USD freuen durfte, sowie die deutsche Glycotope, mit einer Finanzierungssumme von stattlichen 76,4 Mio. USD. Auch Biotech Veteran Craig Venter, der durch die Sequenzierung des menschlichen Genoms von sich Reden machte, freute sich über zahlungswillige Investoren. Sein neues Unternehmen Human Longevity, das sich mit der Aufklärung menschlicher Alterungsprozesse beschäftigten will, erhielt 70 Mio. USD an PE.

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