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Mit dem Ausbau der heimischen Biotech-Industrie will die taiwanesische Staatsführung zugleich die Abhängigkeit der taiwanesischen Wirtschaft von der Elektronik-, Informations- und Kommunikationstechnologie mildern. Parallel zur Produktion von biotechnologischen, pharmazeutischen und medizintechnischen Erzeugnissen will Taiwan auch die Bereiche Forschung und Entwicklung ausbauen. Darüber hinaus werden Kooperationen zu ausländischen Firmen gesucht. Vor diesem Hintergrund wurde im Juli die Online-Plattform Healthcare+ gestartet, die vom Institute for Biotechnology and Medicine Industry betreut wird.

Schon heute befinden sich in Taiwan über 100 Arzneimittelkandidaten in der klinischen Phase, darunter 30 Mittel in der fortgeschrittenen dritten Phase. Im vergangenen Jahr waren in Taiwan rund 500 Firmen im klassischen Biotech-Segment und 350 Unternehmen im Pharmazeutika-Bereich tätig. Insgesamt hat die Zahl der Unternehmen in der Biotech-Branche 2014 gegenüber 2013 um 30 Neugründungen auf 1.631 Firmen zugenommen.

Wie die Studie „Biotechnology in Taiwan 2015″ des Industrial Development Bureau (IDB) berichtet, stiegen die Gesundheitsansprüche aufgrund der alternden Bevölkerung im Land im vergangenen Jahr auf umgerechnet 9,9 Mrd. EUR. Um den steigenden Ansprüchen gerecht zu werden, treibt die taiwanesische Regierung auch den Aufbau von Biotech-Clustern im Land voran. So wurde beispielsweise in 2014 der Hsinchu Biomedical Science Park in seiner ersten Phase, einem Inkubationszentrum, eröffnet. Ein weiteres Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie ein Krankenhaus sollen bis 2018 folgen. Auch der Start des Taiwan National Biotech Park in Taipei ist für 2016 geplant.

Bis auf weiteres bleibt Taiwan jedoch ein Importland für Biotech-Produkte. Davon profitieren insbesondere deutsche Unternehmen. Während der Einfuhrwert westlicher Arzneimittel im vergangenen Jahr insgesamt gegenüber dem Vorjahr um 0,7% auf rund 2,66 Mrd. USD stieg, kletterte der Anteil deutscher Produkte um 11,5% auf rund 464 Mio. USD. Gemessen an den Einfuhrwerten für die ersten sechs Monate diesen Jahres wird Deutschland die USA als wichtigsten Importeur für pharmazeutische Produkte in Taiwan ablösen.

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