Werbung

Bildnachweis: 1STunningART – stock.adobe.com.

Immer mehr Deutsche leiden an Depressionen und bekommen nur schwer einen Termin beim Psychotherapeuten oder scheuen den Gang zum Arzt. Genau an dieser Stelle möchte das E-Health Start-up Selfapy einschreiten, die Versorgungslücke schließen und die Leistungen von Krankenkassen als erstattungsfähig einstufen lassen. Hier hat das kürzlich in Kraft getretene Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) neue Fenster geöffnet, sodass die gesetzlichen Krankenkassen bestimmte Gesundheits-Apps auch ohne Selektivvertrag erstatten müssen. Bereits 2017 floss bereits ein Millionenbetrag in das Berliner Start-up.

Mithilfe von Selfapy Depressionen behandeln

Über die App können Nutzer verschiedene Online-Kurse buchen, die auf einer Verhaltenstherapie für psychische Belastungssituationen basieren. Sie richten sich an Patienten mit Burnout, Depressionen, Angst- und Essstörungen. Die Kurse beinhalten sowohl Texte als auch Videos und die Intensität ist frei wählbar, ganz ohne Wartezeiten und völlig anonym. Bei Bedarf kann ein Psychotherapeut dazu gebucht und die Sitzungen per Videochat gehalten werden. Anwender zahlen zwischen 150 und 300 Euro im Monat. Bislang kooperiert das Unternehmen mit 16 Krankenkassen über Selektivverträge.

Neben der Erstattung durch die Krankenkassen müssen jedoch auch die Ärzte von der Lösung überzeugt werden – ein weiterer Grund, warum Selfapy sich um Studien zur App kümmern will. Eine erste Studie zur Selfapy-App der Charité in Berlin soll schon bald veröffentlicht werden. Um diese Aussagen belastbarer zu machen, plant das Start-up weitere, kostenintensive klinische Studien.

Der Markt ist umkämpft, aber bietet Potential

Auch wenn Wettbewerber wie Get.On hier schon deutlich weiter sind und Selfapy in der Vergangenheit von der Stiftung Warentest nur für „eingeschränkt empfehlenswert“ eingestuft wurde sind die drei Gründerinnen Farina Schurzfeld, Nora Blum und Kati Bermbach weiter optimistisch, denn die Abschlussrate von Selfapy ist sehr hoch und auch die Nachfrage in Deutschland nach wie vor äußerst hoch.

Neben dem Tübinger Investor SHS sind auch Altinvestoren wie Think.Health Ventures, VC Fonds Kreativwirtschaft Berlin und der High-Tech-Gründer-Fonds an der sechs-Millionen-Finanzierungsrunde von Selfapy beteiligt.