In vier Jahren wird die Welt des Gesundheitswesens und der Medizin vielerorts eine komplett andere sein – behauptet die aktuelle Deloitte-Studie „Health Care And Life Sciences 2020 – Taxing Times Ahead“. Demnach sind Patienten dann selbstbewusst, besser informiert, haben Zugriff auf ihre elektronischen Patientenakten und müssen ihr Zuhause nicht mehr unbedingt verlassen, um medizinische Leistungen in Anspruch zu nehmen. Sie werden mehr Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen und beispielsweise im Krankheitsfall spezifische Behandlungsmethoden einfordern, für die sie auch bereit sind zu bezahlen.

Die digitale Vernetzung erobert Praxen: Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Pharma-Unternehmen und Patienten sind in Zukunft über „smarte“ Endgeräte und Wearables verbunden. Dieser Trend wird weitere Marktteilnehmer hervorbringen, die Technologien zur Frühdiagnostik entwickeln. Auch in Steuerfragen wird die Gesetzgebung international vernetzt und vereinheitlicht, was zu einer höheren Transparenz führt. Ihre geografische Ausdehnung und demografische Besonderheiten machen Lateinamerika, Indonesien, Vietnam und Afrika zu den neuen Emerging Markets.

Die Nachfrage nach Wearables wächst rasant. Die smarten Endgeräte am ganzen Körper haben das Potenzial, die Medizin auf den Kopf zu stellen, inklusive Fernüberwachung vitaler Körperfunktionen, Therapieempfehlungen und Früherkennung. Der Umsatz mit Gesundheits-Apps, im Jahr 2013 betrug er 2,4 Mrd. USD, wird voraussichtlich bis zum Jahr 2017 auf 26 Mrd. USD steigen. Die Anzahl verfügbarer Apps für iOS und Android hat sich in zweieinhalb Jahren mehr als verdoppelt (Q1/2014: 100.000 Apps).

Die internationalen Steuerreformen gegen Steuervermeidung und Gewinnverschiebungen der OECD gegen BEPS („Base Erosion and Profit Shifting“) wirken sich auch auf Unternehmen im Life-Sciences- und Health-Care-Sektor aus. Sie erhöhen die Transparenz in Steuerfragen und weiten beispielsweise ihre Transfer-Pricing-Dokumentationsprozesse aus, da die Anzahl der Steuerprüfungen steigt. Durch die große Bedeutung von Daten und Technologie schaffen Regierungen international Steueranreize für Konzerne, Aktivitäten wie Data Analytics im eigenen Land voranzutreiben.

Auch 2020 werden die USA, Japan und Westeuropa die Hauptabsatzmärkte für die großen Pharmakonzerne bleiben. Doch zu den heutigen Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China gesellen sich neue Player in Lateinamerika, Vietnam, Indonesien und Afrika. Indonesien und Nigeria stehen hier an erster Stelle hinsichtlich Fläche, geografischer Ausdehnung und der besonderen Herausforderungen: eine sehr junge Bevölkerung, deren Bedürfnisse unbefriedigt bleiben; viele Infektionskrankheiten und nicht zuletzt Armut. Wo heute nur Generika produziert werden, entstehen neue Standorte für Forschung und Entwicklung sowie die Produktion von individuell auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmten Medikamenten mit speziellen Preismodellen.

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