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Kein einheitlicher Investmentfokus

Die Ambitionen sind klar: 70 Prozent der Unternehmen in der Healthcare-Industrie wollen ihr bestehendes Produktportfolio durch digitale Zusatzleistungen verbessern, 38 Prozent auch durch eigenständige Digitalangebote ergänzen. Ein weiteres Ziel für die Hälfte der Befragten ist die Sammlung von Kundendaten zum Ausbau des Portfolios. Dabei konzentriert sich ein Drittel der Befragten nicht nur auf ein bestimmtes Thema, sondern verteilt die Investments gleichmäßig auf beispielsweise Digital Marketing, Produkte und Dienstleistungen sowie Digital Sales.

Bei allen Befragten liegt der Hauptinvestitionsfokus auf digitalen Produkten und Services. Die Begründung dafür ist nachvollziehbar: Firmen im Bereich Life Sciences rechnen mit lukrativen Auswirkungen auf ihre direkten und indirekten Vertriebsaktivitäten. Bis 2030 erwarten die Befragten, dass 32 Prozent des Umsatzes durch digitale Lösungen erzielt werden, kurzfristig liegt der geschätzte Anteil bei 13 Prozent.

Die Studie zeigt auch, so die Verantwortlichen, dass innerhalb der Branche verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden: Pharma- und Biotech-Unternehmen investieren einen Anteil von knapp 14 Prozent in digitale Forschungsmöglichkeiten und Studien, die Consumer Healthcare-Branche steckt fast ein Fünftel ins digitale Marketing. Der MedTech-Bereich setzt vor allem auf digitale Produkte und platziert hier 20 Prozent der Investments.

Fehlende Ansätze zur Monetarisierung

Bei allen Bestrebungen zur Implementierung digitaler Strategien scheitern die meisten Unternehmen daran, ihre Lösungen erfolgreich zu monetarisieren. 76 Prozent haben Schwierigkeiten, ein passendes Pricing- und Umsatzmodel zu bestimmen, über 80 Prozent fehlt es an den nötigen Ressourcen. Für einen erfolgreichen Markteintritt fehlen vordefinierte Erstattungsmodelle für digitale Lösungen. „Deutschland hat hier durch das DVG einen ersten wichtigen Schritt nach vorn gemacht, und kann ab 2020 weltweiter Vorreiter werden“, so Christian Schuler, Senior Partner im Bereich Life Sciences bei Simon-Kucher & Partners. „Insgesamt funktionieren digitale Strategien im Life Sciences-Markt nur mit einem kundenorientierten Angebotsdesign und einem klar definierten Leistungsversprechen an Patienten, Ärzte und Krankenkassen, das durch klinische Evidenz belegt ist.“ In Verbindung mit einer gut funktionierenden internen Aufstellung und der Einbindung der Strategie in das bestehende Produkt-Portfolio seien die Chancen für einen langfristig erfolgreichen Markeintritt sehr hoch.“

Über den Autor / die Autoren

Holger Garbs ist seit 2008 als Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform Life Sciences und die Unternehmeredition.

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