Die Vorsorge ist in unserem Gesundheitssystem im Gegensatz zur Akutversorgung und Rehabilitation unterentwickelt. Individualisierte Konzepte fehlen weitgehend. Auf Basis von 275 Mio. Arztkontakten mit auswertbaren Diagnosen und mit Hilfe intelligenter Technologien entwickelt die CheckUp Scout GmbH nun eine Beratungssoftware zur individuellen, ganzheitlichen und somit effektiven Prävention. Als zertifiziertes Medizinprodukt soll die Software Apothekern und Ärzten neue Möglichkeiten in der Honorarberatung eröffnen.

Vorbeugen ist besser als Heilen, diese Erkenntnis verbreitete bereits Hippokrates in der Antike. „Seitdem hat sich in der Prävention wenig getan. Die westliche Medizin repariert und kümmert sich kaum um die Gesunderhaltung“, so Timo Freitag, Co-Gründer und CEO von CheckUp Scout. „Der erforderliche Kurswechsel ist nicht leicht, denn die Berücksichtigung des komplexen Individuums und die Anwendung fachübergreifenden Wissens zeigen selbst Gesundheitsexperten ihre Grenzen auf.“

Das Team des Start-ups aus Erlangen will das entscheidend ändern. Heute stehen weitreichende technische Möglichkeiten zur Verfügung, um die Einflussfaktoren für individuelle Gesundheitsrisiken systematisch zu erfassen, zu analysieren und mit der Expertise aus interdisziplinären Datenbanken zu verknüpfen. Diese nutzen die jungen Unternehmer und entwickeln eine als Medizinprodukt zertifizierte Softwareapplikation.

Einsatz intelligenter Befragungslogik

Grundlage ist die statistische Auswertung einer Datenbank von 275 Mio. Arztkontakten mit auswertbaren Diagnosen in Kombination mit den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Therapieleitlinien zu einzelnen Indikationen. Unter Einsatz einer intelligenten Befragungslogik sowie wissenschaftlich valider Algorithmen können individuelle Risikoprofile schnell und komfortabel ermittelt werden.

„Prävention orientierte sich bislang im Wesentlichen am so nicht existenten Durchschnittsmenschen. Sinnvolle Vorsorgemaßnahmen müssen jedoch auf ein individuelles Risikoprofil abgestimmt werden“, so Dr. Frank-Michael Reinhardt, Arzt und Chief Medical Officer von CheckUp Scout.

Zusammenspiel von Beratungssoftware und ausgebildeten Präventionsberatern

Da eine qualitativ hochwertige Präventionsberatung einen gut ausgebildeten Berater erfordert und nicht durch eine App allein erbracht werden kann, möchte CheckUp Scout mit der Entwicklung ambulant tätige Ärzte und vor allem niedergelassene Apotheker ansprechen. Erste Marktests haben hier ein hohes Absatzpotenzial signalisiert. „Niedergelassene Apotheken stehen durch gesetzlich eingeschränkte Margen bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und die Konkurrenz der Online-Anbieter unter erheblichem Druck. CheckUp Scout hilft dem Apotheker, seine größte Stärke – die individuelle Beratung und Begleitung des Kunden vor Ort – zu nutzen und sich als Präventionsexperte vor Ort neu zu positionieren“, ist Freitag überzeugt.

Wachstumsmotor digitale Gesundheitswirtschaft

2017 wurde das Entwicklungsvorhaben vom Freistaat Bayern als eines der besten fünf Konzepte für digitale Gesundheitswirtschaft ausgezeichnet. Für die Umsetzung des Konzeptes zur IT-Sicherheit wurde die CheckUp Scout GmbH mit dem Digital Bonus gefördert. CheckUp Scout ist ein Unternehmen der MEDANDU AG, einem eHealth-Inkubator im Medizintechnik-Cluster Medical Valley Center Erlangen, der sich auf Softwarelösungen für den Gesundheitsmarkt spezialisiert hat. Der Digital Health-Markt wird sich gemäß aktueller Studien von 79 Mrd. USD im Jahr 2015 auf über 206 Mrd. USD im Jahr 2020 entwickeln. Innerhalb des Inkubators teilen sich mehrere Start-ups Ressourcen, um Synergien zu schöpfen und Fixkosten zu sparen.

Crowdfunding auf aescuvest

Um die anstehenden Entwicklungsschritte und die Vorbereitung zur Markteinführung des CheckUp Scout umsetzen zu können, präsentiert sich das Start-up gegenwärtig auf der auf Gesundheitsunternehmen spezialisierten Crowdinvesting-Plattform aescuvest.de. Bislang wurden von den Gründern bereits 140.000 EUR an Eigenmitteln investiert. Durch die Förderprogramme und die damit einhergehende Eigenfinanzierung wurden weitere 500.000 EUR der Entwicklung des Prototypen zugeführt. Über aescuvest.de will das Unternehmen nun 200.000 EUR von Anlegern einwerben, um so die Entwicklung des Medizinprodukts zu finalisieren.