Mehr als 1,700 Aussteller hatten sich im Convention Center in San Diego eingefunden und hofften auf vier spannende und erfolgreiche Tage. Ob die Besucher aus aller Welt erfolgreiche Partnergespräche führen konnten – 28.000 solcher Gespräche waren im Rahmen der drei Tage dauernden Biotech-Messe angefragt worden – ist bisher nicht bekannt. Allerdings war mit Gastrednern wie Sir Richard Branson, der ehemaligen First Lady Hillary Clinton und Kult-Analyst & Biotech-Investor Steven Burrill für Starrummel gesorgt. Doch während sich Virgin-Gründer Branson für die Entwicklung von Biokraftstoffen einsetzte und im Rahmen seiner Session für lange Schlangen und Gedränge sorgte, sagte Steven Burrill sämtliche Auftritte kurzerhand ab.

Zweigte Burrill fast 20 Mio. USD ab?
Ein handfester Skandal, der erst in der vergangenen Woche die Life Science Branche in den USA erschütterte, hatte auch die Absage seiner ausgebuchten Supersession auf der BIO Convention zur Folge. Was war passiert: Drei ehemalige Mitarbeiter von Burrill haben eine Zivilklage eingereicht, die dem Biotech-Experten im Rahmen seiner Tätigkeit als Investment-Partner des Burrill Life Sciences Capital Fund III Betrug vorwirft. Insgesamt 19,2 Mio. USD soll Steven Burrill ohne jede Autorisierung u. a. für das Management des Fonds abgezweigt haben. Außerdem wird Burrill vorgeworfen, die im Rahmen der Partnerschaft fällige Summe von 453.929 USD nicht bezahlt zu haben.

Nicht länger Partner des Life Sciences Capital Fund III
Ein Statement von Steven Burrill zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen steht bisher noch aus. Gehandelt haben dageben schon die anderen Investment-Partner des Burrill Life Sciences Capital Fund III Fonds, sie haben Burrill die Partnerschaft entzogen. Seit langem wird Burrills „State-of-the-Industry-Report“ als das Werk für Biotech-Investoren gehandelt, mehr noch, es besitzt sogar eine Art Kultstatus in der Branche.

Doch nun scheint sich Burrills Image durch zu viel Gier ein paar unschöne Kratzer eingefangen zu haben. Dass Burrill der großen Bühne auf der BIO Convention fern blieb, ist also verständlich und solange nicht sämtliche Vorwürfe gegen ihn restlos aufgeklärt sind, wird das wohl auch noch ein Weilchen so bleiben. Auch an seinen vielfältigen Biotech Industrie Reports dürfte der Image-Schaden unterdessen nicht spurlos vorüber gehen – die zahlreiche Konkurrenz wird es freuen.

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