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Es sind mehrere Faktoren, die dem Sektor und der Schweizer Beteiligungsgesellschaft BB Biotech zu einem erfreulichen Quartalsergebnis verholfen haben. Während sich die Unsicherheiten um Preiskontrollen in den USA etwas gelegt haben, melden Biotech-Unternehmen solide Quartalszahlen und neue Produktzulassungen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde hat in diesem Jahr schon mehr Medikamente zugelassen als im gesamten Vorjahr.

Aktie und Gewinne legen zu

Im dritten Quartal legte die Aktie von BB Biotech um 10.7% in CHF, 6.4% in EUR und 9.6% in USD zu. In den ersten neun Monaten 2017 weist BB Biotech eine Gesamtrendite von 24.2% in CHF, 15.7% in EUR und 30.8% in USD aus. Der Reingewinn für das dritte Quartal beläuft sich auf CHF 365 Mio. beziehungsweise CHF 843 Mio. für das laufende Jahr. Dieser vergleicht sich mit einem Gewinn von CHF 392 Mio. bzw. Verlust von CHF 778 Mio. im jeweiligen Vorjahreszeitraum.

Die US-Aktienmärkte legten im dritten Quartal dank solider Unternehmensergebnisse und eines weiterhin günstigen Zinsumfeldes rund 5% zu (S&P Index +4.5%, Dow Jones Index +5.6% und Nasdaq Index +6.1%). Europäische Aktien avancierten um rund 3% (DAX +4.1%, SMI +2.9%). Gesundheitstitel schlossen fester – darunter auch der Nasdaq Biotechnology Index mit einem Plus von 7.7%. Im dritten Quartal stieg BB Biotechs Aktienkurs um 10.7% in CHF, 6.4% in EUR und 9.6% in USD. Den Kursanstiegen standen Währungsschwankungen gegenüber.

Performance im dritten Quartal und in den ersten neun Monaten 2017

Im dritten Quartal legte die Aktie von BB Biotech um 10.7% in CHF, 6.4% in EUR und 9.6% in USD zu. Ähnlich entwickelte sich der Innere Wert, der im Berichtszeitraum um 11.0% in CHF, 6.2% in EUR und 9.8% in USD stieg, womit er die Performance des NBI von 7.7% in USD übertraf. Aus dieser positiven Portfolioperformance resultierte für das dritte Quartal ein Reingewinn von 365 Mio. CFH gegenüber einem Gewinn von 392 Mio. CFH im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die Beteiligungsgesellschaft weist demnach für die ersten neun Monate 2017 eine Gesamtrendite von 24.2% in CHF, 15.7% in EUR und 30.8% in USD aus. Der Innere Wert stieg während dieses Zeitraums um 28.8% in CHF, 20.2% in EUR und 35.6% in USD und lag damit deutlich über der Gesamtrendite des NBI von 26.5% in USD. In den ersten neun Monaten sorgte der Wertzuwachs durch Portfoliobeteiligungen von BB Biotech für einen Reingewinn von 843 Mio. CHF gegenüber einem Verlust von 778 Mio. CHF im gleichen Vorjahreszeitraum.

Einige Highlights und Neuigkeiten bei den Beteiligungen von BB Biotech

BB Biotechs Portfoliounternehmen veröffentlichten im dritten Quartal zahlreiche Meldungen zu ihren klinischen Pipelines. Alnylam und sein Partner Sanofi teilten mit, dass ihr in der Entwicklungsphase befindliches RNAi-Therapeutikum Patisiran bei Patienten mit erblicher ATTR-Amyloidose und Polyneuropathie sämtliche klinischen Endpunkte des Versuchs erreicht hat. Alnylam möchte gegen Ende 2017 einen Zulassungsantrag in den USA und Anfang 2018 einen Antrag auf Marktzulassung in Europa stellen.

Vertex legte positive Phase-I- und Phase-II-Daten für drei sich in der Entwicklungsphase befindliche Dreifachtherapien bei Mukoviszidose-Patienten (CF) mit einer F508del-Mutation und einer weiteren Mutation mit Minimalfunktion vor. Die Daten deuten darauf hin, dass sich mit besagten Therapien die zugrundeliegende Ursache schwerer und schwer behandelbarer Mukoviszidose behandeln lassen dürfte.

Im Gegensatz dazu meldete Sage Therapeutics den Misserfolg der Studie zu Brexanolon bei Patienten mit superrefraktärem Status epilepticus. Anleger haben aufgrund des großen Potenzials dieser Indikation hohe Erwartungshaltungen eingepreist – das Team von BB Biotech stand den anstehenden Daten vorsichtiger gegenüber und verkaufte einen wesentlichen Teil ihrer Position in der Aktie im Vorfeld der Meldung. Anschließend stockte das Team die Position zu einem günstigeren Kurs wieder auf. Hintergrund sei das Potential von Brexanolon bei schweren Wochenbettdepressionen.

Einige Portfoliobeteiligungen litten unter Kursschwankungen, da die FDA die Zugriffsberechtigungen für ihr Adverse Event Reporting System, die so genannte FAERS-Datenbank, seit dem letzten Septembertag für die Öffentlichkeit gelockert hat. Die FDA möchte mit diesem Schritt letztendlich zu einer höheren Transparenz bei Produktinnovationen beitragen. Auf kurze Sicht könnten sich jedoch Fehlinterpretationen der Daten negativ auf Aktienkurse betroffener Unternehmen auswirken. Das gilt zum Beispiel für BB Biotechs Portfoliounternehmen Intercept. Die FDA machte sämtliche ihr vorliegenden Sicherheitsdaten zu Intercepts Produkt Ocaliva bei schwerer Lebererkrankung zugänglich. Diese Daten umfassten Informationen zu bisher unbekannten Zwischenfällen im Zusammenhang mit höheren als empfohlenen Dosierungen des Produkts.

Produktzulassungen bei Portfoliobeteiligungen

Celgene und sein Partner Agios erhielten die US-Marktzulassung für Enasidenib zur Behandlung von Patienten mit relapsierter oder refraktorischer akuter myeloischer Leukämie und Mutation des IDH2-Gens (Isocitrat-Dehydrogenase 2). Die Zulassung wurde auf Grundlage einer umfangreichen Phase-I/II-Studie erteilt, die nicht nur die Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffs validiert, sondern auch die zunehmende Bereitschaft der FDA zeigt, die Zulassung von Arzneimitteln zur Behandlung von Krankheiten mit einem hohen medizinischen Bedarf zu beschleunigen.

Gileads Vosevi, ein Festdosis-Kombinationspräparat aus Sofosbuvir, Velpatasvir und Voxilaprevir, wurde von der FDA zur Behandlung von Erwachsenen mit chronischer Hepatitis C zugelassen. Die Zulassung stellt einen weiteren Pfeiler für Gileads tonangebendes HCV-Geschäft dar.

Ihre Zulassung erteilte die FDA auch für Novo Nordisks Fiasp (eine schnell wirkende Formulierung von Insulin aspart). Es ist ein schnelles Mahlzeiteninsulin für erwachsene Diabetiker. Beflügelt wurde der Kurs von Novo Nordisk darüber hinaus durch die erwartete Zulassung seines GLP-1-Analogons Semaglutid, das einmal wöchentlich injiziert wird. Eine Zulassung des Präparats in 2017 würde Novo Nordisks GLP-1-Franchise stärken. Außerdem wäre das Unternehmen in der Lage, effektiver mit Trulicity von Eli Lilly zu konkurrieren. Jedoch erwarten die Experten von BB Biotech nach eigenen Angaben im Falle der Zulassung Semaglutids eine langsame Marktaufnahme und einen harten Preiskampf auf dem US-Markt.

Fusions- und Übernahmeaktivitäten von BB Biotechs Portfoliounternehmen

Gilead gab die geplante Übernahme von Kite (ein Immunonkologie-Unternehmen) für 180 USD pro Aktie bekannt (Gesamtwert der Transaktion 12 Mrd.USD). Kite rechnet mit der Zulassung seiner CD19-CAR-T-Zelltherapie im vierten Quartal 2017. BB Biotech hat ihre gesamte Beteiligung an Kite im Zusammenhang mit der angekündigten Transaktion veräußert – der Verkaufserlös belief sich auf rund 124 Mio. USD und der entsprechende Gesamtgewinn auf 75 Mio. USD.

BB Biotech stellt Unternehmen neue Mittel zur Verfügung

Biotech-Unternehmen nutzten im dritten Quartal die festeren Aktienmärkte, um reichlich Geldmittel zu beschaffen. Fünf Mid- und Small-Cap-Unternehmen aus dem Portfolio von BB Biotech, nämlich Esperion, Incyte, Alder, Intracellular und Juno, haben neue Aktien ausgegeben. Radius Health gab eine Wandelanleihe aus.

Geringe Portfolioanpassungen im dritten Quartal

Im dritten Quartal nahm BB Biotech nur kleinere Portfolioveränderungen vor und stockte ihre Beteiligungen an Incyte, Ionis und Regeneron geringfügig auf. Außerdem wurde das Engagement in Alder, Cidara, Esperion, Halozyme, Intercept und Tesaro ausgebaut, Gewinne bei Novo Nordisk, Celgene und Swedish Orphan mitgenommen und die Position in Kite veräußert.

Portfolioausblick

Zu den bedeutenden potenziellen Meilensteinen für das verbleibende Geschäftsjahr 2017 zählen:

  • FDA-Zulassung für Semaglutid bei Typ-2-Diabetes (Novo Nordisk)
  • US-Zulassung für Axicabtagen Ciloleucel für Lymphompatienten (Gilead/Kite)
  • Phase-III-Daten zu Brexanolon bei Wochenbettdepressionen (Sage Therapeutics)
  • Phase-III-Daten zu Revlimid zur Behandlung von Lymphompatienten (Celgene)
  • Phase-I/II-Daten zu Ivosidenib für rezidivierte oder therapieresistente AML-Patienten (Agios)

Darüber hinaus wird das Anlegerinteresse wohl wichtigen laufenden Markteinführungen gelten, darunter Spinraza zur Behandlung spinaler Muskelatrophie (Biogen und Ionis), Ocaliva bei primärer biliärer Cholangitis (Intercept), Zejula als Erhaltungstherapie für Patientinnen mit wiederkehrendem Eierstockkrebs (Tesaro) und Ingrezza bei Spätdyskinesie (Neurocrine).

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