Die Erstnotiz soll am 25. September erfolgen. Plaziert werden bis zu 2,45 Mio. Aktien. Davon stammen 2 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung, 0,25 Mio. Aktien kommen von Altaktionären. Zusätzlich steht ein Greenshoe von 0,2 Mio. Aktien ebenfalls aus Altaktionärsbestand zur Verfügung. Der Free Float beträgt maximal 38 %. Im Bankenkonsortium befinden sich neben der GZ-Bank (Lead) auch die WGZ-Bank und VEM Virtuelles Emissionshaus sowie die Stadtsparkasse München.

Die Anfänge des bereits 1924 gegründeten Unternehmens gehen auf Druck- und Mailingprodukte zurück, die bis Anfang der 90er Jahre den Schwerpunkt der Aktivitäten bildeten. 1993 begann Winter mit der Kartenfertigung. Das Unternehmen setzt inzwischen auf Komplettlösungen und bietet alles aus einer Hand – vom Layout und Druck der Rohlinge über die Implementierung von Chips und die Personalisierung mit Name und Konto-Nummer bis zum Versand der Karten an den Nutzer. Zum Kundenkreis zählen neben Banken und Versicherungen auch Telekommunikationsunternehmen.

1999 erzielte Winter einen Umsatz von 42,6 Mio. Euro. Der Jahresüberschuß lag (nach IAS) bei 0,64 Mio. Euro. Bis zum Jahr 2002 soll der Umsatz um durchschnittlich ca. 29 % p.a. auf 89,0 Mio. Euro steigen. Der Gesamtmarkt wächst im gleichen Zeitraum jedoch um 35 % p.a.

Zur Bilanz: In der Pro-Forma Bilanz für 1999 steht nach IAS einem Eigenkapital von 0,75 Mio. Euro eine Bilanzsumme von 29,7 Mio. Euro gegenüber. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von ca. 2,5 %. Wirtschaftlich betrug die Eigenkapitalquote nach Unternehmensangaben rund 12 %. Trotz der jüngsten Kapitalmaßnahmen ist die Eigenkapitalausstattung für ein produzierendes Unternehmen derzeit noch relativ niedrig. Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten in Höhe von 25,7 Mio. Euro bestehen nach Angaben des Unternehmens in etwa zur Hälfte aus Grundschulden zur langfristigen Finanzierung einer eigenen Immobilie, bis zu 12 Mio. Euro dienen der Finanzierung des Umlaufvermögens. Der Emissionserlös von max. 30,6 Mio. Euro soll jedoch nach Auskunft des Vorstandsvorsitzenden Gerhard Osterrieder nicht für die Ablösung der langfristigen Verbindlichkeiten verwendet werden, sondern der Expansion des Unternehmens zu Gute kommen.

Auf Basis der für das Jahr 2001 erwarteten Gewinne ergibt sich am oberen Ende der Preisspanne ein KGV von 33. Angesichts der unterdurchschnittlichen Wachstumsraten sowie der im Vergleich zu den Smart Card-Herstellern AmaTech und OTI nur wenig technologischen Ausrichtung ist das Pricing schlicht überzogen. Einzig die Graumarktkurse sprechen für eine Zeichnung der Aktie sowie einen sofortigen Verkauf bei erfolgter Zuteilung.

                                             

Ausführliche Informationen zum Unternehmen finden Sie auch im aktuellen GoingPublic Magazin 10/00, S. 40.

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