An den Geregelten Markt begleitet wird das Unternehmen von der Wertpapierhandelsbank KLM Equity, dem Bankhaus Ellwanger & Geiger und dem Bankhaus Bauer. Die angebotenen 0,67 Mio. Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung, weitere 0,11 Mio. Stück stehen im Rahmen einer Mehrzuteilungsreserve zur Verfügung. Der Ausgabepreis wurde auf 6 Euro festgelegt. Die Erstnotiz soll am 28. März stattfinden. Auf Basis dieses Festpreises wäre das Unternehmen bei 2,925 Mio. Aktien nach Börsengang und Greenshoe mit 17,55 Mio. Euro bewertet. Der Emissionserlös von maximal 4,6 Mio. Euro soll u.a. dazu beitragen, den Fremdkapitalanteil bei der Finanzierung von Projekten zu reduzieren.

UNIPROF ist auf die Sanierung von z.T. denkmalgeschützten Altbauimmobilien in bevorzugten Lagen spezialisiert. Die meist hochpreisigen Objekte werden von der Holding durch Projektgesellschaften erworben, anschließend saniert und wieder verkauft. Favorisiert werden Einzelprojekte im Bereich von 5 bis 10 Mio. Euro, die je nach Zustand ein bis fünf Jahre in der Bilanz verbleiben. Die Holding umfaßt fünf Einzelgesellschaften, wovon drei ausschließlich zur Realisierung konkreter Projekte gegründet wurden. Nach Unternehmensangaben wurden bisher über 100 Immobilienprojekte realisiert. Zielgruppe sind vermögende Kapitalanleger (Steuerzahler mit hoher Progression) sowie Eigennutzer. Neben dem klassischen Immobiliengeschäft möchte UNIPROF ein zweites Geschäftsfeld „Beratung & Dienstleistung“ etablieren. Die regionalen Schwerpunkte der seit 1989 tätigen Gruppe konzentrieren sich auf Frankfurt am Main, Stuttgart, Lindau am Bodensee und Dresden.

Im Geschäftsjahr 2000 wurde ein Umsatz von 27 Mio. Euro realisiert, das Nettoergebnis betrug -2,7 Mio. Euro. Für das abgelaufene Jahr ist ein Umsatz von 34,1 Mio. Euro anvisiert, bis 2004 soll dieser auf 49,2 Mio. Euro klettern. Der Jahresüberschuß soll in diesem Zeitraum von 1,4 auf 1,9 Mio. Euro anwachsen, für 2002 wird ein zwischenzeitlicher Rückgang auf knapp 1,2 Mio. Euro prognostiziert.  Aufgrund der Focussierung auf einzelne große Projekte kann es bei der Verschiebung auch nur eines Projektes zu empfindlichen Ertrags- und Umsatzeinbußen kommen. So werden im Verkaufsprospekt Schwierigkeiten bei der Realisierung eines Großprojekts in Frankfurt angedeutet. Die für den Baubeginn notwendige Verkaufsquote von 30 % wird offensichtlich zu einem späteren Zeitpunkt erreicht als ursprünglich geplant.

Daß sich die Baubranche und auch der Immobilienmarkt seit letztem Jahr in einer Krise befinden ist kein Geheimnis. Insbesondere im privaten Wohnungsbau sind die Investitionen im Jahr 2001 deutlich zurückgegangen und werden auch in diesem Jahr weiter schrumpfen. Auch ein auf hochwertige Immobilien focussiertes Unternehmen wie UNIPROF kann sich vom allgemeinen Branchentrend nicht abkoppeln. Auch die steuerliche Rahmenbedingungen haben sich seit Ende 2001 für vertriebsorientierte Gesellschaften wie UNIPROF verschlechtert. Auf Basis des für 2003 geplanten Ergebnisses ergibt sich ein KGV von 11,3. Eine, wenn auch nur bedingt, vergleichbare Immobiliengesellschaften wie die Vivacon AG weist für 2003 ein KGV von deutlich unter 10 auf. Dabei kann Vivacon seit Jahren mit ansteigenden Erträgen aufwarten.

Fazit:

Ob die kommunizierten Umsatzziele erreichbar sind, wird sich erst noch erweisen müssen. Bedenklich ist die niedrige Eigenkapitalquote von 6,6 %, die sich auch im Falle eines erfolgreichen Börsengangs nicht wesentlich erhöhen dürfte. Skepsis dürften beim Anleger auch das Darlehen in Höhe von gut 1 Mio. Euro erzeugen, das vom Vorstandsvorsitzenden Heller an die Gesellschaft gegeben wurde und mit 10 % verzinst wird. Heller erklärte gegenüber GoingPublic, daß es sich um ein nachrangiges Darlehen handelt. Hinzu kommt noch, daß die vergleichsweise niedrige Anzahl der emittierten Aktien der Handelbarkeit des Papiers nicht gerade förderlich sein wird. Insgesamt muß von einer Zeichnung der UNIPROF-Aktie abgeraten werden.

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