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Die Notierungsaufnahme für die 2,1 Mio. Aktien (inkl. 200.000 Stücke aus der Mehrzuteilungsoption) soll am 5. Juli erfolgen. Die angebotenen Aktien des Neuer Markt-Kandidaten stammen vollständig aus einer Kapitalerhöhung. Das Marburger Unternehmen wird von der Commerzbank (Lead), Sal. Oppenheim und der Stadtsparkasse Köln an die Börse begleitet. Nach Ausübung des Greenshoe wird der Free Float bei etwa 23 % liegen.

Das Marburger Unternehmen ist im Bereich Cinema-on-Demand tätig. media[netCom] liefert die Technologie zum Aufbau einer virtuellen Videothek, in deren Endausbaustufe mehrere tausend Filme in Digital-TV-Qualität abrufbar sein sollen. Die offene Konzeption ermöglicht eine Nutzung auf allen gängigen Plattformen wie Set-Top-Boxen, PC und Digital-TV. Es bestehen u.a. Kooperationen mit Kinowelt und VCL Film sowie mit Kabelnetzbetreibern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Unternehmen wurde 1995 als ipp-soft GmbH gegründet und firmierte 1999 in media[netCom] AG um.

Aufgrund der Neuausrichtung bzw. Fokussierung auf den Bereich Video-on-Demand, die erst im letzten Jahr vollzogen wurde, sind Zahlen aus den zurückliegenden Geschäftsjahren wenig aussagekräftig. Für das Jahr 2000/01 (31.3.) plant media[netCom] einen Umsatz von 4,57 Mio. Euro. Für das folgende Geschäftsjahr werden schon 12,2 Mio. Euro erwartet. Bis 2004/05 soll so eine durchschnittliche Wachstumsrate (CAGR) von rund 95 % p.a. erreicht werden. Der Gewinn pro Aktie soll im gleichen Zeitraum von 0,12 Euro über 0,08 auf 0,22 bis 2002/03 steigen.

Am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne errechnet sich ein 2001er KUV (Grundlage ist 2001/02) von etwa 14. In Anbetracht der Tatsache, daß sich die Stimmung am deutschen Kapitalmarkt nicht unbedingt an ihrem Höhepunkt befindet, ist dies eine sehr ambitionierte Bewertung. Zwar blickt medianetCom einer aussichtsreichen Zukunft entgegen, aber risikofrei ist ihr Konzept dennoch nicht. Die Phantasie ist in der hohen Emissionsbewertung schon weitgehend enthalten. Eine Zeichnung drängt sich daher nicht auf.

Eine ausführliche Analyse des Unternehmens finden Sie auch im aktuellen GoingPublic Magazin 7/00, S. 58