Werbung

Die Idee dahinter: Während ein Fondsmanager durch Zu- oder Abflüsse von Kapital zum Handeln quasi genötigt ist, kann ein als Aktie organisierter Nebenwertefonds die eigene Strategie viel konsequenter durchziehen – zwanglos handeln, sozusagen.

Research – recycled

Wie der Name schon andeutet, steht die GSC Portfolio AG in enger Geschäftsbeziehung mit der GSC Research GmbH. GSC steht für German Small Caps, und über einen Beratungsvertrag mit der GSC Info und Beteiligungen AG, der eine fixe Vergütung von monatlich 0,1% sowie eine 10%ige Erfolgsbeteiligung vorsieht, hat die Gesellschaft Zugriff auf die Informationen von GSC Research. Mit seinem Netzwerk von 50 festen und freien Mitarbeitern bezeichnet sich GSC Research als führendes unabhängiges Analysehaus für Nebenwerte im deutschsprachigen Raum. Geschäftsberichte würden systematisch ausgewertet und Hauptversammlungen persönlich besucht, und daraus sei jener Wissensvorsprung destilliert, der Grundlage für Kursgewinne ist.

Zwänge eines Fonds ablegen

Die Geschäftsidee, das ohnehin vorhandene und käuflich zu erwerbende Research nochmals für das Management eines als Aktie organisierten Nebenwerte-Fonds zu recyclen, ist in erster Linie natürlich für GSC selbst lukrativ. Man mag 10% Erfolgsbeteiligung für ziemlich unbescheiden halten, wer aber je für einen unterdurchschnittlich performenden Fonds auch noch happige Managementgebühren berappt hat, wird die Leistungskomponente schätzen. Für Investoren ergibt sich der Vorteil, nachgewiesene Expertise günstig nutzen zu können.

Dabei bietet die Konstruktion den großen Vorteil, dass das Management größere Positionen in einen als aussichtsreich eingeschätzten Wert eingehen kann – oder, wenn ein Depotwert sehr gut zulegt, die Gewinne weiterlaufen lassen kann, ohne auf Höchstgrenzen Rücksicht nehmen zu müssen. Zudem entfällt der Zwang zum Investieren, da auch bei der Cashquote nicht die engen Vorgaben der Fonds gelten. Das Management betont, Risiken durch Fokussierung auf solide Rendite- und Valuetitel zu minimieren.

Wenig Zeichnungsanreiz

Die Aktien werden zum Preis von 10 Euro angeboten, und angesichts des NAV von 10,16 Euro zum 30. Oktober ist der Zeichnungsanreiz gering, zumal das Liquidationsrisiko zumeist für einen Abschlag vom inneren Wert sorgt: Die Kurse gerade von Nebenwerten leiden bei anhaltenden Verkäufen erfahrungsgemäß besonders. Vergleichbare Konstrukte wie BB Biotech und BB Medtech beispielsweise werden an der Börse mit einem Discount von 5 bis 10% belegt, nur um die Jahrtausendwende war dies anders.

Fazit

Das Angebot ist prinzipiell eine attraktive Alternative zum Kauf eines Nebenwertefonds und als Depotbeimischung interessant. Angesichts des zu geringen Emissionsdiscounts erscheint es sinnvoll, bei Interesse je nach individueller Markteinschätzung ein Engagement zu timen.

Stefan Preuß
GSC Portfolio – Emissionsparameter
WKN

AOT GJT

Erstnotiz

voraussichtlich 3. Dezember 2007

Zeichnungsfrist

1. bis 23. November

Festpreis

10 Euro

MarketCap

20 Mio. Euro

Marktsegment

Open Market

Emissionsprospekt

ja

Emissionsvolumen

1,874 Mio. Aktien aus Kapitalerhöhung,

Volumen 18,7 Mio. Euro

Konsortium

Bankhaus Neelmeyer

Free Float

94%

Internet

www.gsc-portfolio.de