Insgesamt werden bis zu 2.704.603 Aktien ausgegeben, von denen 1.842.103 Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 600.000 aus dem Besitz der Altaktionäre stammen. Die übrigen 262.500 Aktien werden von den Altaktionären im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption zur Verfügung gestellt. Nach Ausübung des Greenshoe werden sich rund 39,8 % der Aktien im Free Float befinden. Die Baden-Württembergische Bank AG fungiert als Konsortialführer. Daneben befinden sich die Schmidt Bank und die Concord Effekten im Konsortium. ConSors unterstützt den Börsengang als Sales Agent.

GeneScan geht auf die 1992 gegründete Birsner und Grob GmbH zurück. Die Technologie des Freiburger Unternehmens erlaubt es, genetische Veränderungen in Lebensmitteln zu entdecken. Auch krankheitserregende Bakterien können identifiziert werden, um so beispielsweise die Genießbarkeit von Speisen oder Trinkwasser zu prüfen. Dazu werden auf eine pfenniggroße Plattform rund 500 biochemische Moleküle aufgebracht, die als Meßpunkte dienen. Die Reaktion der Biomoleküle auf die zu untersuchenden Proben wie Tomatenpüree oder auch Milchprodukte wird mittels Fluoreszenz analysiert. Neben diesen sogenannten Biochips bietet Genescan auch Schnelltestsysteme und verschiedene Beratungsdienstleistungen an. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 220 Mitarbeiter.

Der stark umkämpfte Markt für Biochips wird nach Schätzungen von Frost&Sullivan bis zum Jahr 2005 auf ein Volumen von etwa 6 Mrd. US-$ wachsen. 1999 erzielte GeneScan bei einem Umsatz von 5,2 Mio. Euro einen Verlust von 2,3 Mio. Euro. Im laufenden Jahr werden Erlöse von 12,7 Mio. Euro erwartet. Bedingt durch höhere Forschungsaufwendungen soll der Verlust auf 3,7 Mio. Euro steigen. Für 2001 sind Umsätze von 25,7 Mio. Euro und ein Verlust von 2,2 Mio. Euro geplant. Mit dem Erreichen der Gewinnschwelle rechnet GoingPublic Research im Jahr 2002. Amerikanische Gesellschaften wie Affymetrix, Hyseq und Incyte, aber auch die deutsche MWG Biotech gehören zu den Wettbewerbern. Allerdings entwickeln diese Unternehmen Biochips für den Bereich der Humandiagnostik. GeneScan konnte sich mit der Konzentration auf die Analyse von Lebensmitteln ein spezifisches Know-how erarbeiten. Dieses Alleinstellungsmerkmal verschont die Freiburger derzeit noch von direkter Konkurrenz.

Die Phantasie der GeneScan-Aktie basiert darauf, daß sich das Unternehmen technologisch und in einer global ausgerichteten Organisation im sich gerade erst entwickelnden Biochip-Markt gut positioniert hat. Mit einem Emissions-KUV für das Jahr 2001 auf Basis des oberen Endes der Bookbuilding-Spanne von 9 ist die GeneScan-Aktie aber sicher kein Schnäppchen. Das Unternehmen hat jedoch gute Chancen, schnell in diese Bewertung hineinzuwachsen. Anlegern, die nicht auf den „schnellen Biotech-Euro“ aus sind, ist GeneScan zur Zeichnung empfohlen.

In einem Interview mit GoingPublic-Online gibt der Vorstandsvorsitzende Ulrich Birsner interessante Einblicke über die Strategie des Unternehmens. Lesen Sie hierzu den Beitrag „Wir sorgen für Transparenz“. Eine ausführliche Analyse finden Sie auch im aktuellen GoingPublic Magazin 7/00, S. 50.

 

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