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Die Aktien der GCI Management AG (WKN 585 518) können vom 21. bis 23. Mai in einer Spanne von 13 bis 16 Euro gezeichnet werden. Die Erstnotiz im Geregelten Markt ist für den 29. Mai geplant. 0,5 Mio. Aktien, die vollständig aus einer Kapitalerhöhung stammen, sollen emittiert werden. Darüber hinaus steht eine Mehrzuteilungsoption in Höhe von weiteren 67.500 Stücken bereit, die sich aus Altaktionärsbesitz speist. Der Free Float liegt damit bei maximal 35 %. Begleitet wird der Börsengang von der Wertpapierhandelsbank Gebhard & Schuster (Lead), der Direkt Anlage Bank sowie der Berliner Bankgesellschaft in der Funktion des Selling Agent.

Das Geschäftsmodell der GCI AG stützt sich auf zwei Pfeiler: Consulting und Beteiligung. Im Bereich Consulting sind die Münchner bereits seit zehn Jahren aktiv. Der Focus liegt hier auf mittelständischen Unternehmen und Konzerneinheiten wie z.B. von Siemens oder der Deutschen Bank. Das Beteiligungsgeschäft wurde erst fünf Jahre später geschaffen. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf der Frühfinanzierung. Junge Unternehmen sollen dabei von der Idee ab finanziert und insbesondere mit Managementleistung unterstützt werden. Interessant ist dabei die Idee der Risikoreduzierung durch Selbstbeteiligung: Wird ein Start-up neu aufgezogen, muß sich mindestens einer der GCI-Consultants mit privatem Kapital beteiligen. Der Exit soll anschließend über Trade Sales erfolgen. Bisher wurde allerdings erst ein Unternehmen, Me Technology, erfolgreich veräußert.

Genau das ist aber der springende Punkt. Mit einem Anteil von 76 % war der Bereich Consulting im letzten Jahr Hauptumsatzträger, und so wird es auf absehbare Zeit auch bleiben. Selbst die ehrgeizige Planung von GCI sieht für das Jahr 2003 im Beteiligungsgeschäft nur einen Anteil von 30 % am Gesamtumsatz vor. Das Consulting-Geschäft ist zwar relativ sicher und profitabel, auf der anderen Seite aber wachstumsschwach. GCI rechnet mit einem jährlichen Wachstum von 10-15 %, je nachdem wie der hart umkämpfte Gesamtmarkt zulegt. Der Rendite-Kick soll vom Beteiligungsgeschäft kommen.

Wie unsicher allerdings das Geschäft mit der Risikofinanzierung ist, dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben. Doch nur wenn das wie geplant läuft, kann GCI seine sehr ambitionierten Zahlen erreichen. Bei einem Unternehmen mit der Größe von GCI könnten aber schon wenige Ausfälle zu deutlichen Korrekturen der Planzahlen führen – da helfen auch konservative Wertansätze wenig. Der Markt, auf dem sich GCI betätigt, ist hart umkämpft. Beim Consulting treffen die Münchner auf dgm, Droege und Roland Berger, im Bereich VC auf Knorr, bmp und TFG. Das läßt die Margen nicht fetter werden. GCI wird es alles andere als leicht haben, das ehrgeizige Ziel von 20 Mio. Euro Umsatz bei einem Überschuß von 6,7 Mio. Euro – was einer Umsatzrendite von 30 % entspräche – bis 2003 zu erreichen. Aber nur dann sind die Aktien eine Investition wert. Eine Zeichnung drängt sich daher nicht auf.

 

2000

2001(e)

2002(e)

Ums. (Mio.)

8,3

8,6

14,8

KUV´02(e): 1,6*

EPS

0,22

0,62

2,59

KGV´02(e): 5,6*

(Quelle: Independent Research; alle Angaben in Euro; *auf Basis der mittl. Bookbuilding-Spanne)