Ethische & soziale Nachhaltigkeit

Bei 90% der befragten Unternehmen steht „der Mensch“ im Mittelpunkt. 72% schätzen ihre Bezahlung als leistungsgerecht ein (VJ: 84%) – eine übertarifliche Bezahlung ist inzwischen sogar bei über einem Viertel aller Betriebe üblich. Mit 26% hat sich das Ergebnis vom Vorjahr somit verdoppelt.

Auf die Frage, ob es Maßnahmen für ein besonders nachhaltiges Arbeitsumfeld gibt, bejahten 44% diesen Punkt (VJ: 60%). 85% der Unternehmen bieten Teilzeitstellen für Mitarbeiter mit Kindern, 74% Gleitzeit und 72% Home Office an. Weniger bedeutend sind in der diesjährigen Umfrage Arbeitszeitkonten (VJ: 60%). Deutlich an Attraktivität hat das Thema Kinderförderung mit 33% gewonnen (VJ: 17%).

Erhebliche Veränderungen gibt es bei den durchschnittlichen Krankheitstagen: 21% berichten, dass Mitarbeiter sich bis zu fünf Tage im Jahr krank melden (VJ: 19%), weitere 41% zeigen sogar zwischen fünf bis zehn Krankheitstagen an (VJ: 29%).

Soziales Engagement vorrangig

Gefragt nach dem kulturellen bzw. sozialen Engagement des Unternehmens, nannten ähnlich wie im letzten Jahr 86% der Befragten Spenden, gefolgt von Sponsoring mit 78% und dem ehrenamtlichen Engagement für Initiativen mit 22% (VJ: 33%). 19% gaben ein persönliches Engagement der leitenden Angestellten an (VJ: 13%).

Ökonomische Nachhaltigkeit

Insbesondere die Kundenbindung steigt: Zwischenzeitlich verzeichnen sogar 59% aller Befragten eine Geschäftsbeziehung von über zehn Jahren (VJ: 42%). Und bereits über die Hälfte der Betriebe ermittelt ihre Kundenzufriedenheit – ein Anstieg um zehn Prozentpunkte zum Vorjahr.

„Welche Bedeutung hat der Bereich Forschung und Entwicklung bzw. Zukunftsinvestitionen in Ihrem Unternehmen?“, fragten wir. Ähnlich der letzten Umfrageergebnisse stufen 72% diesen Bereich als wichtig bis sehr wichtig ein. Um Unternehmen effektiv zu entwickeln, wird vor allem in Mitarbeiter und neue Technologien investiert.

Nachhaltigkeitsberichte – für einige „Top“, für viele aber auch „Flop“

Nachhaltigkeitsberichte werden in der diesjährigen Umfrage nur noch von 47% aller befragten Unternehmen erstellt (VJ: 57%). Den Einfluss des Nachhaltigkeitsberichtes auf die Attraktivität des Unternehmens bei Investoren stufen derzeit sogar 60% als unbedeutend ein. Zwar sind 27% der Meinung, Nachhaltigkeitsberichte sind künftig wichtig für Anleger, zum Vorjahr ist dies aber ein deutlicher Rückgang um 19%.

Fazit

Der deutsche Mittelstand hat das in den Medien immer wieder diskutierte Thema Nachhaltigkeit im Blick und nimmt die Teilbereiche ökologische, ethische und soziale sowie insbesondere ökonomische Nachhaltigkeit ernst. Immerhin beurteilt inzwischen fast die Hälfte der Firmen ihre interne Umsetzung mit „gut“.

Im ökologischen Bereich ist Ökostrom weiterhin die dominante Maßnahme, aber auch Elektroautos sind ein deutlicher Trend. Bedeutender gewichten die befragten Unternehmen aber das Thema „Mensch“ und die ökonomische Nachhaltigkeit. So bezahlen die befragten Unternehmen zunehmend übertariflich, bieten verschiedene Vorkehrungen für ein besonders nachhaltiges Arbeitsumfeld an und investieren in ihre Mitarbeiter. Im Bereich ökonomische Nachhaltigkeit wird daneben auf neue Technologien gesetzt. Deutlich mehr Unternehmen geben eine über zehnjährige Kundenbindung an.

Gefloppt ist laut Umfrage der „Nachhaltigkeitsbericht als Instrument für Investoren“. Den Einfluss des Nachhaltigkeitsberichtes auf die Attraktivität des Unternehmens bei Investoren stufen derzeit 60% als unbedeutend ein, und weniger als die Hälfte erstellt eine solche Dokumentation.

Der Artikel ist zuerst in der Oktober-Ausgabe des GoingPublic Magazins erschienen.

Über den Autor

Die GoingPublic Redaktion informiert über alle Börsengänge, Being Public, Investor Relations, Tax & Legal, Themen und Trends rund um die Hauptversammlung sowie Technologie – Finanzierung – Investment in den Lebenswissenschaften.