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Seit heute ist es amtlich: Das neue KMU-Segment Scale ist nun offiziell eröffnet. Es soll die Rahmenbedingungen zur Finanzierung von kleineren und mittleren Unternehmen verbessern und die Aktienkultur in Deutschland stärker vorantreiben – so das Ziel der Deutschen Börse.

Dr. Christine Bortenlänger (links) und Hauke Stars lassen zum Start von Scale die Glocke läuten.
Dr. Christine Bortenlänger (links) und Hauke Stars lassen zum Start von Scale die Glocke erklingen.

In einer feierlichen Eröffnungszeremonie mit mehr als 100 geladenen Gästen wurde Scale von der Deutschen Börse heute in der Räumlichkeiten des alten Börsensaals in Frankfurt gestartet. Damit löst das neue Segment den Entry Standard ab. Nach der Rede von Dr. Christine Börtenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts (DAI) sowie Deutsche Börse-CEO Carsten Kengeter, erfolgte das traditionelle Läuten der Börsenglocke zum Handelsstart.

Lebhafte Aktienkultur gefordert

Scale zählt bislang über 40 gelistete Unternehmen,  darunter u.a. die Deutsche Rohstoff AG, publity, Daldrup & Söhne, Karlsberg, Schalke 04 und MyBucks – demnach ein bunter Branchenmix.

Neben verbesserten Rahmenbedingungen zur Wachstumsfinanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen, soll das neue Segment laut Deutsche Börse vor allem auch verstärkt Privatanleger ansprechen sowie Jungunternehmen an die Börse locken. „Wir wollen heute ein Signal setzen für die Zukunft der Wertpapierbörse, die Zukunft des Finanzplatzes Frankfurt und die Zukunft der Deutschen Wirtschaft“, erklärte Kengeter in seiner Rede. „Mit Scale leisten wir einen weiteren Beitrag KMU’s über den Finanzplatz Frankfurt einen attraktiven Zugang zum Kapitalmarkt sowie zu Investoren zu ermöglichen. Dies ist die Kernaufgabe der Deutschen Börse“, ergänzt der Deutsche Börse-Vorstandsvorsitzende.

v.l.n.r.: Carsten Kengeter, Dr. Christine Bortenlänger und Hauke Stars während der Eröffnungsrede.
v.l.n.r.: Carsten Kengeter, Dr. Christine Bortenlänger und Hauke Stars (Vorstand Deutsche Börse) während der Eröffnungsrede.

Sowohl Carsten Kengeter als auch Christine Bortenlänger waren sich einig: Die Zahl der Börsengänge sowie der privaten Aktienanleger sei in Deutschland zu gering. Hier sehe sich die Deutsche Börse in der Pflicht zu handeln, um in Zukunft eine stärkere Aktienkultur in Deutschland zu etablieren.

Ziel der Deutschen Börse sei es zudem, dass Scale  zum bevorzugten Listingplatz für mittelständische Unternehmen werde. Kengeter zeigte sich außerdem zuversichtlich hinsichtlich weiterer Emittenten-Zugänge  in das neue Mittelstandssegment. Des Weiteren ist die Auflegung eines eigenen Index für Scale geplant.

Das sind die Voraussetzungen

Wer sich als Emittent für Scale entscheidet, muss drei von fünf Bedingungen erfüllen: Der Umsatz muss bei mindestens 10 Mio. EUR liegen, es sollte ein positives Jahresergebnis sowie ein positives bilanzielles Eigenkapital ausgewiesen werden. Zudem sollte das Unternehmen Minimum 20 Mitarbeiter beschäftigen, bzw. ein kumuliertes Eigenkapital von mind. 5 Mio. EUR eingesammelt haben. Darüber hinaus muss der Emittent zwei Jahre existent sein, eine MarketCap von 30 Mio. EUR haben und einen Free Float von 20%, oder mind. 1 Mio. Aktien nachweisen.

Ebenfalls verpflichtend seien die von der Deutschen Börse beauftragten und bezahlten Research-Reports, die von Edison Investment Research und Morningstar erstellt würden. Insgesamt also strengere Voraussetzungen als im Entry Standard – hinzu fallen höhere Kosten für die Emittenten an, weshalb das neue Marktsegment bei einigen Marktteilnehmern teilweise gemischte Gefühle auslöst.

Mehr zum Thema Scale können Sie u.a. hier nachlesen.

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