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Firmensitz in Haan; Foto: Retsch GmbH

 

Wer kennt nicht die Szenen in diversen Krimis oder Dokumentationen: Mediziner, Wissenschaftler oder Mitarbeiter der Pathologie schauen durch teure Mikroskope, um diesem oder jenem auf die Spur zu kommen. Im Zweifelsfall werden Proben für Labore im richtigen Leben mit Geräten der Retsch GmbH aus Haan bei Düsseldorf vorbereitet.

Proben und Partikelgröße

Die Retsch GmbH entwickelt, produziert und vertreibt sämtliche Maschinen zur mechanischen Probenvorbereitung im Labor und ist auf diesem Gebiet weltweiter Marktführer. Eine führende Position besitzt Retsch auch im Bereich der Partikelgrößenanalyse. Hauptanwendungsgebiet für die Produkte des 1915 gegründeten Unternehmens ist die Vorbereitung von Feststoffen für die Qualitätskontrolle und Inhaltsanalyse. Seit Beginn des Jahres 2012 arbeiten die 110 Mitarbeiter aus Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verwaltung in einem rund 8.000 qm großen neuen Gebäude im Technologiepark Haan, nachdem am ebenfalls in der Stadt Haan gelegenen vorherigen Standort die Expansionsmöglichkeiten erschöpft waren. Offiziell eingeweiht wurde der neue Retsch-Stammsitz Mitte Juni – kurz bevor in Frankfurt der weltgrößte Branchentreff für chemische Prozesstechnik startete.

Vielfältige Einsatzgebiete

Der Einsatzbereich der Retsch-Produkte reicht von der Lebensmittelindustrie über die Materialforschung bis hin zu Bergbaugesellschaften, die Erze auf ihre Inhaltsstoffe hin untersuchen. Auch Spielzeuge oder automobile Innenausstattungen werden in technologisch anspruchsvollen Retsch-Mühlen auf die optimale Größe zur Schadstoffanalyse zerkleinert. Entwicklung und Produktion finden bei Retsch vollständig in Haan statt – mit einem Auslandsumsatzanteil von schon jetzt über 80% sieht Retsch das größte Absatzpotenzial jedoch in den Schwellenländern Asiens und Südamerikas. 2011 trugen insbesondere Russland, China und Italien zum Wachstum bei. Das Japan-Geschäft konnte trotz der Erdbebenkatastrophe stabil gehalten werden. Zum 1. April nahm eine neue Vertriebsgesellschaft in Indien die Geschäftstätigkeit auf. Zum Start wird das dortige Team zwölf  Mitarbeiter umfassen. Ziel der Retsch GmbH ist es, in allen Top-Ten-Volkswirtschaften mit eigenen Niederlassungen vertreten zu sein. Nach dem Start in Indien wartet nun nur noch der brasilianische Markt darauf, über eine eigene Retsch-Vertriebsgesellschaft bedient zu werden.

Kontinuierliches Wachstum

In den letzten Jahren konnte die Retsch GmbH ihren Umsatz kontinuierlich steigern – seit 2000 um durchschnittlich 15% pro Jahr. Als weltweit agierendes Unternehmen ist Retsch mit neun Tochtergesellschaften und zahlreichen Handelsvertretungen in über 80 Ländern aktiv. Nach dem Heimatmarkt sind die USA, China, Japan und Frankreich die größten Absatzländer.

Das Tochterunternehmen Retsch Technology GmbH ist spezialisiert auf hochtechnologische Geräte zur Partikelanalyse mittels dynamischer Bildanalyse. Das als Joint Venture mit der Jenoptik AG gestartete Unternehmen gehört seit 2010 vollständig zu Retsch. Seit 1990 ist Retsch Teil der europäischen Industriegruppe Verder und bildet dort den Kern der Labor Division. Die Umsätze von Verder verteilen sich etwa zur Hälfte auf die Bereiche Verdrängerpumpen und Laborgeräte. Darüber hinaus hält die Verder Group eine Beteiligung an der börsennotierten Analytik Jena AG. Verder ist in zweiter Generation in Familienbesitz und wird heute von Andries Verder geführt.

110 Mitarbeiter aus Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verwaltung arbeiten in einem rund 8.000 qm großen neuen Gebäude. Foto: Retsch GmbH

Wachstumsfinanzierung gesichert

Die Retsch GmbH steigerte im Geschäftsjahr 2011 ihren Umsatz um etwa 22% auf 48 Mio. EUR. 1999 – im Jahr der vollständigen Übernahme durch die Verder-Gruppe – lag der Umsatz noch bei 10 Mio. EUR. Mit dem Umzug in das neue Gebäude seien nunmehr die räumlichen Voraussetzungen gegeben, das Wachstumstempo der vergangenen Jahre beizubehalten, befindet Retsch-Geschäftsführer Dr. Jürgen Pankratz. Die Finanzierung dieses Wachstums sei unproblematisch: „Retsch ist ein sehr profitables Unternehmen, so dass nicht nur das organische Wachstum aus dem Cashflow finanziert wird. Darüber hinaus halten wir auch Ausschau nach komplementären Unternehmen, in deren Übernahme investiert werden kann. Bei größeren Investitionsobjekten stünde uns auch unser Mutterkonzern Verder zur Seite.“

Angesichts dessen ist es eher unwahrscheinlich, dass Retsch in absehbarer Zeit am Kapitalmarkt tätig wird, sei es über eine Anleihe oder ein Listing. „Da unser Eigentümer, die Verder-Gruppe, keinen Verkauf plant und es auch keinen externen Kapitalbedarf gibt, ist ein IPO heute und in Zukunft kein Thema. Hierfür müssten sich ganz neue Szenarien ergeben“, so Pankratz. „Der administrative und damit auch finanzielle Aufwand im Zusammenhang mit einer Börsennotierung ist für unser Unternehmen mit Sicherheit kein Vorteil. Die Zeit für Roadshows verwenden wir lieber für Kundengespräche und auf Messen. Als bedeutender Teil eines inhabergeführten Familienunternehmens mit kurzen Entscheidungswegen fühlen wir uns sehr wohl.“

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