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Die Gerüchteküche brodelte bereits seit einiger Zeit – jetzt ist es offiziell: Der US-Finanzinvestor KKR will das Medienhaus Axel Springer übernehmen.

Mit dem Angebotspreis von 63 EUR je Aktie winkt den Axel Springer-Aktionären ein Aufschlag von 40% (auf Basis des Schlusskurses vom 29. Mai 2019).  Der New Yorker Finanzinvestor verfolge mit der Übernahme eine strategische Partnerschaft mit einem der größten europäischen Verlagshäuser.  Friede Springer und Axel Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner werden dabei keine ihrer Anteile verkaufen, hieß es in einer offiziellen Medienmitteilung.  Beide halten in Summe direkt und indirekt eine Beteiligung von 45,4% des Grundkapitals des Unternehmens.

Strategische Partnerschaft geplant

„Wir haben langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Unternehmern, Familien, CEOs und Gründern, die auf der Suche nach Kapital und einem strategischen Partner sind, der sie bei der Umsetzung ihrer Vision unterstützt. Wir freuen uns, Axel Springer bei den nächsten Schritten zu begleiten“,  betont Johannes Huth, Partner und EMEA-Chef von KKR.

KKR, Friede Springer und Mathias Döpfner haben zudem eine Investorenvereinbarung mit Axel Springer abgeschlossen: Diese sieht unter Vorbehalt der Verpflichtungen des Vorstands und des Aufsichtsrats vor, dass das Verlagshaus das Angebot unterstützen wird. Vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage werden Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären des Unternehmens empfehlen, das Angebot anzunehmen. Zudem solle auch die journalistische Unabhängigkeit von Axel Springer gewahrt bleibt. Der Medienkonzern wird auch künftig eine Europäische Aktiengesellschaft, SE, bleiben – die derzeitigen Vorstandsmitglieder werden weiterhin das Unternehmen führen. Auch der Aufsichtsrat wird  künftig unter der Führung des derzeitigen Vorsitzenden Ralph Büchi aus neun Mitgliedern bestehen.

Stärkung der digitalen Strategie

KKR sehe vor allem darin Potenzial, Axel Springer weiterzuentwickeln und die vornehmlich digitale Marktposition des Unternehmens zu stärken.  So stammten 71% des Umsatzes und 84% des bereinigten EBITDA des Medienkonzerns im Geschäftsjahr 2018 aus digitalen Aktivitäten.

KKR ist im deutschen Medien- und Technologiesektor kein Unbekannter: So war der Großinvestor bei der Weiterentwicklung u.a. von Bertelsmann/BMG, ProSiebenSat1, Scout24 Schweiz, GfK, GetYourGuide, Sonos, GoDaddy und der Tele München Gruppe/Universum beteiligt.

Das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot unterliegt noch verschiedenen marktüblichen Bedingungen: Dazu gehören regulatorische Zustimmungen wie kartellrechtliche, außenwirtschaftsrechtliche sowie medienkontrollrechtliche Freigaben und das Erreichen einer Mindestannahmeschwelle von 20 %  an Axel Springers Grundkapital.

Der Axel Springer-Aktienkurs kletterte am Mittwochmorgen um 13% nach oben und liegt aktuell bei knapp mehr als 63 EUR (Stand: 9:30 Uhr).

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de