Werbung

Bildnachweis: ©T. Förster – stock.adobe.com.

1995 registrierte Unternehmensgründer Ulrich Rameder die Internetdomain „kupplung.de“ – seitdem ist aus der Idee in der bayerischen Provinz eine international agierende Unternehmensgruppe entstanden, die 2020 mehr als 120 Mio. EUR umgesetzt hat.

Die Rameder Anhängerkupplungen und Autoteile GmbH („Rameder“), die hinter dem Portal „kupplung.de“ steht, ist ein mittelständisches Unternehmen, das 1996 gegründet wurde und sich auf den Vertrieb von Anhängerkupplungen, Elektrosätzen für Pkw und Transporter spezialisiert hat. Die Geschäfte der Gruppe sind in der Tow Bar Holding gebündelt; Rameder ist deren operative Gesellschaft. „Durch gezielte Werbemaßnahmen, exklusive Kundenbetreuung durch unser Callcenter, unsere Helpline und dem Einsatz von modernen Kommunikationsmöglichkeiten […] haben wir in der Vergangenheit ein Umsatzwachstum von jährlich 50-100% erreicht“, teilt das Unternehmen mit.

Firmengründer Ulrich Rameder stellte im elterlichen Autohandel im niederbayerischen Hausen fest, dass die Fahrzeughersteller vielzählige Kundenwünsche in Bezug auf Anhängerkupplungen nicht erfüllten: Für viele Modelle gab es keine einschlägige Position in der Liste der Sonderausstattungen – und wenn, lagen die aufgerufenen Summen häufig weit jenseits der guten Sitten.

Hier finden Sie unsere umfassenden IPO Analysen.

1995 reservierte er die Domain „kupplung.de“, ein Jahr später wurde das dazugehörige Unternehmen gegründet. In Munschwitz in der Nähe von Jena in Thüringen fand Rameder die passende Liegenschaft, um das Geschäft voranzutreiben.

Es folgte eine langjährige Wachstumsgeschichte mit dem Aufbau von Lagerkapazitäten, moderner SAP-Software, der Erweiterung der Lieferantenbasis, ersten Sponsoringaktivitäten sowie der Internationalisierung mit schnellem Schritt nach Österreich. 2004 beschäftigte Rameder in Munschwitz 70 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz aus dem Verkauf von Anhängerkupplungen betrug damals etwa 30 Mio. EUR.

Internationalisierung vorangetrieben

Mittlerweile ist die Internationalisierung weit fortgeschritten. Es existieren Ländershops in Frankreich, Tschechien, Schweden, Dänemark, Finnland, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz. Die Präsenz in Skandinavien hängt mit dem aktuellen Eigentümer zusammen: der norwegischen Private-Equity-Boutique FSN Capital Partners. Die skandinavische Gesellschaft hatte vor einigen Jahren einen Standort in München eröffnet – Rameder war das erste Investment in Deutschland. Die Beteiligung ist im Fonds FSN Capital V integriert.

Verkäufer war das Münchner Private-Equity-Haus Findos Investor GmbH. Das ebenfalls in München beheimatete Unternehmen hatte Rameder selbst erst im Januar 2015 gekauft, von der Riverside Europe Partners LLP. Bei der Übernahme durch Riverside im Jahr 2011 hatte der damalige Mehrheitsgesellschafter Tobias Rameder seine Unternehmensanteile abgegeben. 2014 überschritt der Umsatz 50 Mio. EUR bei etwa 180.000 verkauften Anhängerkupplungen und Elektrosätzen.

In den Riverside-Jahren hat Rameder verschiedene Zukäufe getätigt: Bertelshofer in Deutschland und France Attelage in Frankreich. Zudem konnte die Gruppe den Umsatz während der Zeit nach eigenen Angaben auf 70 Mio. EUR steigern. FSN Capital verfolgt eine eher langfristig angelegte Buy-and-Build-Strategie, sodass nach den Akquisitionen in Skandinavien durchaus weitere Zukäufe folgen können – insbesondere in osteuropäischen Ländern.

Onlinestrategie um Montagestützpunkte erweitert

Neben dem Aufbau neuer Onlineshops in den jeweiligen Ländern hat Rameder damit begonnen, aus der Onlinewelt vermehrt in die stationäre Werkstattwelt vorzudringen. Seit wenigen Jahren geht die Firma in Deutschland mit eigenem Montagekonzept einen neuen Weg und hat bereits 39 Montagestützpunkte im ganzen Land eröffnet. Kunden können sich ihren gekauften Anhängerkupplung-Komplettsatz damit auch bei Rameder einbauen und freischalten lassen.

Lesen Sie hier unser aktuelles E-Magazin.

Freischalten bedeutet, dass die Steuerungselektronik des Fahrzeugs angepasst wird. Das ist wichtig, damit z.B. bei Aufsatz eines Fahrradträgers die Heckklappe nicht unbeabsichtigt per Fernbedienung aktiviert wird, die zahlreichen Assistenzsysteme trotz Blockade der hinteren Sensoren funktionieren und entsprechende Fahrprogramme starten.

Neben der hohen Skalierung des Geschäfts auf mittlerweile 400.000 Anhängerkupplungen pro Jahr stellt diese technische Expertise für Fahrzeuge praktisch aller Hersteller eine weitere hohe Markteintrittsbarriere für andere Anbieter dar. Als weiteres Wachstumssegment baut Rameder das Angebot an korrelierendem Zubehör wie Fahrradträgern, Dachboxen, Kofferraumwannen, Fußmatten und Wildträgern für Jäger aus und hat zahlreiche Lieferverträge mit praktisch allen führenden Herstellern von entsprechendem Equipment geschlossen.

Mit neuem Führungstrio auf Wachstumskurs

Seit dem 1. März 2021 wird das Unternehmen von einer neuen Geschäftsführung geleitet. Florian Welz (CEO), Marcus Vollbrecht (COO) und Dirk Sonnenschein (CFO) übernahmen die Führung von Dirk Schöler und Stefan Bertelshofer. Dieser Schritt ist das Ergebnis einer länger geplanten Nachfolgeregelung. „Rameder verfolgt unter dem neuen Führungstrio weiterhin ehrgeizige Ziele. Die Unternehmensgruppe aus Thüringen ist in der Vergangenheit kontinuierlich gewachsen und verzeichnete 2020 einen historischen Rekordumsatz von circa 120 Millionen Euro. Die neuen Geschäftsführer möchten an die bisher sehr erfolgreiche Strategie anknüpfen und das Wachstum sowohl national als auch international weiter vorantreiben“, teilte Rameder mit.

Fazit

Rameder ist Marktführer für Anhängerkupplungen in Europa und das Wachstumspotenzial noch lange nicht ausgeschöpft: Weitere Ländershops werden angestrebt, die Produktpalette kann erweitert werden und vor allem das hybride Geschäftsmodell mit der cleveren Verzahnung von On- und Offlineservices erscheint attraktiv.

Zudem verfügt Rameder gleichermaßen über B2B- und B2C-Vertriebskanäle. Als Familienunternehmen gegründet, befindet sich Rameder im Eigentum einer Private-Equity-Firma. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Exits durch ein IPO, zumal Rameder mittlerweile die kritische Umsatzmasse erreicht hat. Online-Geschäftsmodelle sind an der Börse nach wie vor stark gefragt, Rameder erfüllt viele Eigenschaften eines „Wunschkandidaten“.