Batterietechnik-Spezialist Voltabox hat noch gestern Abend eine Umsatz- und Gewinnwarnung veröffentlicht. Für die Kurse von Mutter und Tochter geht es heute nach unten, auch die beiden paragon-Anleihen müssen kräftig Federn lassen.

Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet Voltabox nunmehr mit einem Konzernumsatz von 70 bis 80 Mio. EUR statt der ursprünglich avisierten 105 bis 115 Mio. EUR. Als EBIT-Marge prognostiziert das Unternehmen eine Spanne von -8 bis -9%. Zuvor hatte Voltabox mit einer positiven EBIT-Marge von +8 bis +9% gerechnet.

Hintergrund sind v.a. Verschiebungen bei einem Großauftrag. Da ein US-Telekommunikationskunde unvorhergesehen kurz vor Beginn der Serienproduktion die Produktspezifikation geändert hat, wird die Auslieferungen jetzt erst gegen Ende dieses Jahres beginnen. Voltabox of Texas hat im ersten Halbjahr ein EBIT von -3,5 Mio. EUR eingefahren. Der Verlust im zweiten Halbjahr soll geringer ausfallen. Insgesamt sieht Voltabox in dem neuen Marktbereich Sendemasten-Batterien großes Marktpotenzial.

Der Vorstand habe eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um die Kostenstrukturen zu verbessern und im Jahr 2020 eine nachhaltige Rückkehr in die Gewinnzone zu gewährleisten, so das Unternehmen in der Stellungnahme. Zudem wolle sich Voltabox in Zukunft verstärkt auf Projekte und Systemlösungen konzentrieren, die ein besseres Verhältnis von Entwicklungsaufwand zu potentiellem Umsatz versprechen.

Die seit Herbst 2017 im Regulierten Markt (Prime Standard) der Deutsche Börse AG in Frankfurt notierte Voltabox AG ist Systemanbieter für Elektromobilität in industriellen Anwendungen. Kerngeschäft sind sichere, hochentwickelte und leistungsstarke Batteriesysteme auf Lithium-Ionen-Basis, die modular und in Serie gefertigt werden. paragon hält 60% an Voltabox (Stand: Ende 2018).

Die Aktien-Kursen von paragon und Voltabox litten am Morgen derweil gewaltig: Voltabox bricht auf ein neues Allzeittief unter 8 EUR ein, paragon auf den tiefsten Stand seit 2015. Auch die beiden paragon-Anleihen büßten im frühen Handel am Dienstag auf rund 80% ein.

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Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de