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Die USA befinden sich in einer Spätphase des Konjunkturzyklus – ob und wann die nächste Rezession kommt, ist jedoch noch nicht abzusehen. Laut aktueller Studie von J.P. Morgan Asset Management wird der nächste Abschwung voraussichtlich weniger schwerwiegend ausfallen als in der Vergangenheit.

Insgesamt sind die Wirtschaftszyklen der führenden Volkswirtschaften laut des US-amerikanischen Bankhauses in den letzten Jahrzehnten stabiler geworden. Eine Folge dessen sei aber auch, dass auf eine Rezession folgende Erholungsphasen weniger kräftig ausfallen. Dies sind die Ergebnisse einer Analyse im Rahmen des langfristigen Kapitalmarktausblicks „Long Term Capital Market Assumptions“ (kurz: LTCMA) von J.P. Morgan Asset Management.

Aussichten für wirtschaftliche Stabilität positiv

Quelle: J.P. Morgan Asset Management,
Quelle: J.P. Morgan Asset Management, Long-Term Capital Market Assumptions 2019.

„Unser Research zeigt, dass die US-Wirtschaft in den letzten 70 Jahren allmählich immer stabiler geworden ist“, erklärt Dr. David Kelly, Chief Global Strategist von J.P. Morgan AM. „Das Wachstum hat sich erheblich verlangsamt, die Rezessionen sind im Allgemeinen aber moderater – und Aufschwünge dafür schwächer geworden. Da geringere konjunkturelle Schwankungen gegenüber der Verlangsamung des Wachstums allgemein überwiegen, treten Rezessionen im Laufe der Zeit darüber hinaus weniger häufig auf“.

Nach Ansicht von Kelly scheint diese wirtschaftliche Stabilisierung vor allem dadurch bedingt, dass Unternehmen in den USA die Verwaltung ihrer Lagerbestände verbessert haben und zudem moderatere Ausschläge bei den Staatsausgaben sowie bei der Volatilität auf dem Immobilienmarkt für geringfügigere Verwerfungen gesorgt haben. Ferner habe der Dienstleistungssektor, der stabiler als der Fertigungssektor ist, seit Ende des Zweiten Weltkriegs zunehmend an Bedeutung für die US-Wirtschaft gewonnen.

„Genauso wie die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft in den USA abgenommen haben, stumpfen aber auch die Instrumente für eine Stimulierung des Wachstums in den vergangenen Jahren ab. So ist insbesondere der Spielraum der Finanz- und Geldpolitik, einen starken V-förmigen Aufschwung auszulösen, geringer geworden“, erklärt Kelly.

Weniger Einbrüche und moderatere Aufschwünge

Doch wann könnte die nächste Rezession voraussichtlich einsetzen? „Auf der Grundlage der US-Daten für die letzten 20 Jahre deuten unsere Simulationen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit für den Beginn einer Rezession erst ab dem dritten Quartal 2022 die Marke von 50% übersteigt – das heißt zwei Quartale später als auf der Grundlage der Erfahrung der vorangegangenen 50 Jahre der Fall gewesen wäre“, sagt Kelly.

Hervorzuheben ist allerdings, dass diese Analyse – vor dem Hintergrund eines moderateren Konjunkturzyklus –nur auf die langfristigen Wirtschaftstrends hinweist. Sie berücksichtigt weder die derzeitigen, kurzfristigen fiskalpolitischen Anreize für die US-Wirtschaft noch die momentan niedrige Arbeitslosigkeit im Land, die jeweils das Risiko für eine Rezession im Jahr 2019 oder 2020 erhöhen, da die fiskalpolitischen Anreize auslaufen und ein Mangel an Arbeitskräften das Wirtschaftswachstum hemmt.

Trotzdem deuten nach Ansicht von Kelly die Wirtschaftstrends auf lange Sicht darauf hin, dass Anleger im Gegensatz zu früher heute realistisch mit einigen zusätzlichen Quartalen anhaltenden Wachstums im Konjunkturzyklus rechnen können. Anleger können auch davon ausgehen, dass zukünftige Einbrüche weniger dramatisch und die anschließende Erholung schwächer ausfallen werden. Im Durchschnitt ist die Wirtschaft in den USA in den 11 Rezessionen der Nachkriegszeit real um 1,9% geschrumpft und in den drei Jahren nach Ende einer jeden Rezession um 13,9%.

Die USA befinden sich in einer Spätphase des Konjunkturzyklus – ob und wann die nächste Rezession kommt, ist jedoch noch nicht abzusehen. Laut aktueller Studie von J.P. Morgan Asset Management wird der nächste Abschwung voraussichtlich weniger schwerwiegend ausfallen als in der Vergangenheit.

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1) Auf der Grundlage eines Zeitraums von 50 Jahren bis zum 2. Quartal 1998;
2) Auf der Grundlage von Daten der letzten zwanzig Jahre; 3) 11 US-Rezessionen seit 1948. Meinungen, Schätzungen, Prognosen, Hochrechnungen und Aussagen zu Finanzmarkttrends basieren auf den Marktbedingungen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Sie stellen eine persönliche Einschätzung dar und können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Es kann nicht garantiert werden, dass sie sich bewahrheiten

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Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de