Werbung
Foto: K.-U. Häßler – Fotolia

Paradigma 4: Kommunikation? Geldverschwendung!

Kommunikation ist das Transportmittel der Identität. Zum Dank für die Öffnung gegenüber dem Kapitalmarkt winken dem Unternehmen neue und flexiblere, relativ zinsgünstige, bankenunabhängige Finanzierungsmittel. So wird die Finanzierungsstruktur stabiler und sichert die Unternehmensstrategie ab. Durch seine Finanzkommunikation etabliert sich ein Unternehmen als transparent und damit vertrauenswürdig – die Visibilität steigt, Markenname und Produktabsatz können profitieren. Am Kapitalmarkt gilt: Anleger kaufen Anleihen von transparenten Emittenten, denen sie vertrauen. Das spart Kosten: sowohl bei der Platzierung als auch im Zinskupon.

Bonitätsstarke Unternehmen mit Historie, einem bekannten Brand, einer verlässlichen Wachstumsstrategie und klarer Finanzkommunikation werden die nächsten Jahre den Markt für mittelständische Unternehmensanleihen wesentlich prägen.

Paradigma 5: Die Emissionsbank macht das schon!

Bei einer bisher üblichen Emission bedient sich das Unternehmen einer Bank. Bei mittelständischen Unternehmensanleihen wird aber regelmäßig lediglich ein Finanzkommissionsgeschäft auf „Best-Effort“-Basis abgeschlossen. Das Platzierungsrisiko verbleibt damit weiterhin beim Emittenten, ein echtes „Underwriting“, die verbindliche Übernahme der Platzierung, findet nicht statt.

Bei einer Eigenemission, die bislang vielfach zum Erfolg führte, steuert der Emittent selbst die Platzierung seiner Wertpapiere. Er ist direkter Kontrahent der Investoren. Vorteil: Statt nur einer Bank als Ansprechpartner hat das Unternehmen einen multikanalen Absatzweg. Dadurch kann es den gesamten Markt zielgerichtet adressieren: die Börsencommunity, interessierte Banken, Family Offices oder auch die nicht zu unterschätzende Anzahl von Privatanlegern. Folglich steigt die Platzierungssicherheit. Etablierte mittelständische Unternehmen ziehen daher zunehmend den Weg der Eigenemission in Erwägung.

Paradigma 6: Mittelstandsanleihen? Eintagsfliegen!

Die Fakten: rund 50 mittelständische Unternehmen, Anleihevolumina meist zwischen 25 und 150 Mio. EUR, 5 Börsenplätze, in etwa 1,5 Jahren über 2,5 Mrd. EUR Platzierungsvolumen bei privaten und institutionellen Anlegern. Die Umsätze im Sekundärmarkt sind erfreulich hoch, der erste Index wird täglich veröffentlicht und Anleihen mit einem hohen Anteil von Retail-Investoren sind relativ kursstabil. Die Professionalisierung geht weiter: Die Deutsche Börse plant einen „Prime Standard“ für Unternehmensanleihen, Covenants etablieren sich, erste Fonds investieren in die neue Anlageklasse und verlangen bestimmte Gütekriterien. Studien belegen, dass die Bedeutung des Kapitalmarkts als Baustein für die bankenunabhängige Finanzierung im Mittelstand weiter zunehmen wird.

Fazit

Sicher ist: Rentable, Kapital suchende Unternehmen mit einer guten Wachstumsstory werden schon bald den Primärmarkt für IBOs neu beleben und dort auf private wie institutionelle Investoren treffen, die auf der Suche nach Rendite sind.


1
2