Denn Handys sollen wieder zum Statussymbol werden, so wollen es jedenfalls die Nokia-Manager. Denn mit hochpreisigen Nobelhandys möchten die Finnen dicke Margen erzielen. Zu diesem Zweck hat Nokia, der weltgrößte Handy-Hersteller, kürzlich in London eine Tochtergesellschaft namens Vertu Ltd. gegründet. Bislang gab es zwar schon limitierte Sondermodelle von Ericsson und Motorola, die goldene Gehäuse hatten, mit Diamanten verziert waren oder individuell nach den Wünschen der Kunden hergestellt wurden. Diese Editionen waren besonders bei Ölscheichs beliebt. Doch Vertu möchte noch einen Schritt weiter gehen. Die Handys sollen nicht nur etwas fürs Auge bieten, auch die Technik soll vom Feinsten sein. Die Vertu-Handys sollen umfangreiche Funktionen wie Kalender, Notizbuch und Spiele bieten, die speziell für den exklusiven Kundenkreis entwickelt werden. Die Mobiltelefone verfügen zudem über Hochleistungsantennen und -mikrofone sowie Displays aus Saphirglas. Der Klang soll so klar sein wie eine Mozart-Symphonie.

Natürlich wird auch bei Vertu das Äußere stimmen. Bei der ersten Serie kann zwischen Platin-, 18 Karat Weißgold-, Gelbgold- oder Edelstahlgehäusen gewählt werden. Bei Preisen, die um 24.000 Euro (fast so viel wie ein Mercedes C180) liegen sollen, kann der betuchte Kundenkreis ab Mitte des Jahres also einiges erwarten. Vor allem eines: das Gefühl, nach langer Zeit wieder um sein Handy beneidet zu werden.

Damit Handys, die bekanntlich einem raschen technologischen Fortschritt unterliegen, ähnlich wie Uhren und Automobile zu Statussymbolen werden können, hat sich Vertu etwas Besonderes einfallen lassen. Die Technik kann künftig ausgetauscht und quasi upgedated werden. Die edle Hülle wird weiterhin benutzt.

Vertu bzw. Nokia erhofft sich von den Nobelhandys ein gutes Geschäft. Auch ein Analyst von Lehman Brothers wird in US-Medien mit den Worten zitiert, daß es sicherlich einen Markt für Vertu gibt; wie groß er ist, wisse man zwar nicht, doch margenstark sei er sicherlich.

Die GoingPublic Kolumne erscheint jeweils montags, mittwochs und freitags in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.

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