Die Verwalter der oft Milliarden US-$ schweren Private Equity-Fonds hüllen sich gerne in Schweigen über die Erfolge ihrer Arbeit. Man redet nicht über Gewinne, man macht sie. Außerdem halten es manche Manager für besser, wenn möglichst wenige Leute erfahren, welche Gehälter eine marktübliche Vergütungsregelung in guten Jahren nach sich zieht.

Wollen Sie einmal nachrechnen? Stellen Sie sich einen 500 Mio. US-$-Fonds vor, durchschnittlich zu 80 % einbezahlt, dessen zehnköpfiges Investmentteam zehn Jahre lang 30 % Rendite im Jahresdurchschnitt produziert – kein Hexenwerk bis zum Jahr 1999. Die 1,5 % Management-Fee und 15 % Performance-Fee jenseits einer Hurdle-Rate von 10 % (nicht unrealistisch!) bedeuten dann im Klartext pro Nase und Jahr schlappe 2,4 Mio. US-$ – Büro und Sekretariat sind (Pardon!) vernachlässigbare Kostengrößen. Ein Prost auf die Anlegerschaft!

Wo Geld in außerbörsliche Beteiligungen gesteckt und fernab jeder Öffentlichkeit umgeschlagen wird, lassen sich erzielte Renditen – wenn sie denn überhaupt bekannt werden – eher schlecht mit der Entwicklung von Börsenindices vergleichen. Ein Investmentfondsmanager sieht sich hingegen von Benchmarks umzingelt. Beim Private Equity-Fonds gilt: Wer nicht weiß, kann nicht vergleichen und schon gar nicht kritisieren.

Da nimmt es nicht Wunder, wenn drittklassige Fondsmanager in Aufregung versetzt werden, wenn Calpers oder der Pensionsfonds der Universität von Texas lange Listen ins Internet stellen, auf der sie sich mit Konkurrenten messen müssen. Die Pensionsfonds wollen nur ihrer Berichtspflicht gegenüber ihren künftigen und aktuellen Rentenempfängern nachkommen. Wegen „Geschäftsschädigung“ habe die Veröffentlichung zu unterbleiben – aha! Pikant dabei: kein Normalanleger kommt überhaupt erst in die Versuchung, über eine solche Fondsbeteiligung nachzudenken, dank Minimalanlagen von fünf Mio. US-$ aufwärts und „Closed Shop“-Allüren wie ein englischer Country-Club. Und wer dort anlegt, der kennt die Regeln der Renditeentstehung.

Ein US-Gericht „zwang“ nun Calpers dazu, die Performancedaten doch zu veröffentlichen, weil dies das „Freedom of Information“-Gesetz so fordere. Performancezahlen über einzelne Unternehmensbeteiligungen der Fonds sind und bleiben Geschäftsgeheimnis. Den Fondsverwaltern bleiben genügend Argumente, auf die auch Calpers hinweist. Negative Renditen sind als Zwischenergebnisse nicht sehr aussagekräftig und bedingen auch nicht das endgültige Anlageergebnis. Gut, daß es mal jemand zu Papier gebracht hat.

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