Die Menschen im Land bewerten zwar die Lage nicht grundlegend positiver, aber sie wollen sich dadurch nicht länger auch von größeren Anschaffungen abhalten lassen. Damit erhört der Verbraucher offenbar doch noch Bundeskanzler Gerhard Schröder, der schon vor Weihnachten angeregt hatte, doch nicht nur die Herzen, sondern auch die Portemonnaies des Weihnachtsfestes angelegentlich zu öffnen.

Gut, es ist die erste Steigerung, und sie ist auch eher gering als kräftig, aber immerhin ein wichtiges Signal. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Doch egal, ob der Verbraucher eben irgendwann vor der Werbung kapituliert und Bedürfnisse befriedigen muß oder einfach Ersatzbeschaffungen notwendig werden – zum Beispiel ist der Fahrzeugbestand in Deutschland in etwa so alt, als ob Philosophie-Studenten mit ihren 2CV-Enten die Mehrheit der Autofahrer bilden würden – Hauptsache er gibt Geld aus. Das ist im Übrigen reichlich vorhanden. Bei der Sparquote läßt sich der Deutsche nun mal nicht gerne etwas vormachen.

Da es an der Börse so ist wie in der Natur, und in nämlicher frißt der frühe Vogel die dicksten Würmer, lohnt es sich vielleicht, über eine Spekulation mit einschlägigen deutschen Konsumwerten nachzudenken. Gewissermaßen als sehr frühe Turnaround-Spekulation für den Sektor. Eine Medion zum Beispiel wurde in den vergangenen Monaten und aktuell nach den Jahreszahlen hinreichend zerlegt. Wenn es bei Aldi mit höherpreisigen Waren wieder besser läuft, wird der einstige Neue-Markt-Star davon profitieren können.

Eine klassische Alternative wäre auch Karstadt. Wenn das Unternehmen überlebt, dann vermutlich deshalb, weil es irgendwann mit dem privaten Konsum bergauf geht. Weitere Kandidaten finden sich auch in der zweiten Reihe.

Stefan Preuß

Die GoingPublic Kolumne erscheint wöchentlich in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.

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