Der deutsche IPO-Markt gibt laut der aktuellen globalen IPO-Studie von EY zum ersten Halbjahr kräftige Lebenszeichen von sich: Im ersten Halbjahr sind es sechs IPOs in Deutschland – einschließlich des für den 30. Juni erwarteten IPO des Berliner Immobilienunternehmens ADO Properties, über das goingpublic.de mehrfach berichtet hat.

Mit den IPOs von CBR Fashion, Chorus Clean Energy und Elumeo stehen in den ersten drei Julitagen drei weitere IPOs an. Insgesamt wird die Zahl der Börsengänge Anfang Juli voraussichtlich  bei neun liegen – und somit beinahe so vielen wir im gesamten Vorjahr. Die fünf IPOs, die seit Jahresbeginn durchgeführt  wurden, hatten ein Gesamtvolumen von 1,4 Mrd. EUR. Größter Börsengang des Jahres war dabei das IPO des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus mit 510 Mio. Euro, gefolgt von der Erstnotiz des Waferherstellers Siltronic mit 380 Mio. EUR.

„Viele Unternehmen befinden sich noch in der Pipeline für das zweite Halbjahr“, erklärt Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. Allerdings, so wirft er ein, könne es in einigen Fällen auch zu einem Verkauf an einen Investor oder ein anderes Unternehmen kommen. So seien IPO Investoren selektiver geworden, schauten stärker auf die Qualität des Geschäftsmodells und den „Track Record“ des Managements.

Steinbach bleibt allerdings optimistisch, dass in diesem Jahr mindestens so viele Unternehmen in Deutschland an die Börse gehen werden wie im vergangenen Jahr: „Wir rechnen mit bis zu 15 Börsengängen an den deutschen Börsen – sofern die Volatilität nicht weiter steigt und geopolitische Krisen oder die griechischen Schuldenkrise nicht zu einem Einbruch des grundsätzlich positiven IPO Sentiments führen“.

IPO-Boom China 2.0
In China zieht es die Unternehmen hingegen gleich scharenweise aufs Börsenparkett. Im ersten Halbjahr dieses Jahres hat sich die Zahl der Börsengänge an den Börsen in China und Hongkong mehr als verdoppelt: von 103 auf sage und schreibe 239, das Emissionsvolumen stieg sogar um 141%: von 16,6 auf knapp 40 Mrd. USD. Damit ist China der Haupttreiber des weltweiten IPO-Markts. So gingen insgesamt gingen im ersten Halbjahr 2015 weltweit 631 Unternehmen an die Börse, das waren 6% mehr als im Vorjahreszeitraum, als 597 IPOs gezählt wurden. Das Emissionsvolumen sank hingegen um 13% von 120 auf 104 Mrd. USD

Rückläufig war hingegen die Entwicklung in den USA und Europa: An den US-Börsen sank die Zahl der Neuemissionen um gut ein Drittel von 158 auf 101, das Emissionsvolumen schrumpfte sogar um 45% von 35,3 auf 19,4 Mrd. USD. In Europa fiel der Rückgang etwas weniger stark aus: Insgesamt wagten im ersten Halbjahr 122 Unternehmen eine Erstnotiz an einer europäischen Börse, das waren gut ein Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum, als in Europa 168 IPOs gezählt wurden. Das Volumen schrumpfte um ein Drittel von 46,6 auf 31,6 Mrd. USD.

„Der weltweite IPO Markt ist nach wie vor in einer guten Verfassung, das Interesse der Unternehmen an einem Börsengang ist anhaltend hoch“, betont Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. „Allerdings führt der Boom auf dem M&A-Markt dazu, dass immer mehr Unternehmen sich statt für einen Börsengang für den Verkauf an einen Investor oder ein anderes Unternehmen entscheiden – ein Trend, der gerade in den USA und Europa zu beobachten ist“.

Das sind Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY).

 

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