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Roger Heinz, CEO der CPU Softwarehouse AG, sprach im Interview mit GoingPublic über das herausfordernde Jahr 2020 und die aktuellen Geschäftsentwicklungen.

Herr Heinz, 2020 war, besonders durch die Corona-Pandemie, von Turbulenzen geprägt. Wie blicken Sie auf dieses Jahr zurück, inwiefern war die CPU betroffen?

Die Corona-Pandemie hat uns alle vor völlig neue Herausforderungen gestellt. Die CPU und ihre Mitarbeiter verfügen aber, bedingt durch den stets im Vordergrund stehenden Dienstleistungsanspruch, über eine grundsätzlich äußerst hohe Flexibilität. So war es uns möglich, die gesamte Organisation schnell an die veränderten Gegebenheiten anzupassen. Zudem erlaubt es unser Geschäft, mitunter das Home-Office zu nutzen und viele Kundengespräche und interne Abstimmungen über Telefon- und Videokonferenzen zu steuern. An all unseren Standorten wurden die Abstands- und Hygienevorschriften im Rahmen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregeln zügig umgesetzt. Operativ war ausschließlich unser Geschäft mit Personaldienstleistungen betroffen – was wir aber sehr gut kompensieren konnten.

Während fast alle Börsenkurse im März Hand in Hand gen Süden wanderten, erklomm die CPU-Aktie indes neue Höchststände. Wie erklären Sie sich das?
Wenn es durch externe Faktoren zu einem starken Rückgang am Gesamtmarkt kommt, trifft das meist zuerst die großen Standardwerte. Dann beginnt die Suche nach Unternehmen, die möglicherweise von diesen externen Faktoren nicht oder relativ gering beeinflusst werden. Wir sind im m:access der Börse München gelistet und die Liquidität in unserer Aktie ist nicht so hoch. Dass die CPU-Aktie bis zur Jahresmitte aber so gut vorankam, war wohl unserem starken Geschäftsjahr 2019 geschuldet. Die Ergebnisse kommunizierten wir im Mai 2020 und bekamen darauf ein durchweg sehr gutes Feedback.

CPU Softwarehouse Jahreschart
CPU Softwarehouse Jahreschart Quelle: Onvista

Es gab in diesem Geschäftsjahr zweifelsohne auch Einschränkungen, z.B. in der Personaldienstleistung. Wie haben Sie diese kompensiert?

Wir haben ungeachtet der Pandemie unser Software-Geschäft in der Schweiz weiter ausgebaut. Zudem profitierten wir von der sehr stabilen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit unseren Bestandskunden. So gelang es uns, die von Ihnen beschriebenen negativen Effekte durch Covid-19 ertragsseitig nahezu vollständig zu kompensieren.

Sie konnten beachtlich stabile Zahlen für das erste Halbjahr liefern, werden Sie diesen Trend über den aktuellen Lockdown 2.0 hinaus fortsetzen können?

Das erste Halbjahr war planmäßig sehr stark. Wir haben schnell auf die veränderten Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie reagiert und in der Folge den Geschäftsbetrieb nahezu ohne Einschränkungen fortgesetzt. In der Zusammenarbeit mit den großen Kunden kam es zu keinen nennenswerten Einschränkungen. Positiv bemerkbar machte sich zudem, dass wir frühzeitig den Trend zur agilen Transformation erkannt und Mitarbeiter speziell für diese Projekte ausgebildet hatten. So konnten wir unsere Kunden bei Transformationsprozessen unterstützen.

Und mit Blick auf das Gesamtjahr bzw. darüber hinaus?

Bis zum Jahresende 2020 wollen wir das sehr gute Halbjahresergebnis weiter ausbauen und das hohe Ertragsniveau des Vorjahres auf operativer Ebene sogar übertreffen. Auch die starke Nettomarge des Vorjahres von 4,5% werden wir nochmals steigern. Im bisherigen Jahresverlauf 2020 stärkten wir zudem unsere Bilanz und bauten die Liquidität weiter aus. Zum Stichtag 30. Juni 2020 steigerten wir die liquiden Mittel auf 1,94 Mio. EUR. Das eröffnet uns vielzählige Optionen zum Ausbau des operativen Geschäfts. Wir verfügen trotz der Coronakrise mittlerweile über eine noch stärkere Basis, um schon 2021 den hohen Wachstumstrend der letzten vier Jahre  wieder fortzusetzen. Wenn sich die Coronakrise nicht dramatisch verschärfen sollte, dann ist unter anderem durch den erfolgreichen Ausbau des Softwaregeschäfts und die unverändert sehr positive Entwicklung bei agilen und digitalen Projekten ein starkes Jahr 2021 mit einer spürbaren Ertragssteigerung zu erwarten.

Sie haben auch Ihr Geschäft in der Schweiz weiter ausgebaut. Wie sehen Ihre weiteren Wachstumspläne aus?

In der Schweiz gelangen uns trotz Corona richtungsweisende Vertragsabschlüsse: Mit der Graubündner, Schaffhauser und Urner Kantonalbank verlängerten wir Wartungsverträge vorzeitig für mehrere Jahre. Dazu veräußerten wir eine Lizenz für den VALUE MIRROR Zinsrechenkern an die Urner Kantonalbank. Hier werden wir auch zukünftig weiter Gas geben. Die positiven Rückmeldungen aus dem dortigen Bankenmarkt stimmen uns sehr optimistisch, dass wir kurz- und mittelfristig weitere Kreditinstitute in der Schweiz als Kunden hinzugewinnen. Grundsätzlich bietet das gesamte Software-Geschäft der CPU noch sehr viel Wachstumspotenzial.

Und darüber hinaus?

Einen weiteren starken Wachstumstreiber besitzen wir bei den Projekten im Bereich der agiler und digitaler Transformation. Wie bereits erwähnt ist dieses Thema schon lange eine echte Kernkompetenz von uns. Die Zahl der CPU-Mitarbeiter, die in solchen anspruchsvollen Projekten bei Kunden im Einsatz sind, haben wir stetig gesteigert. Ein Kernthema für die Zukunft ist die IT-Security. Unsere zukünftigen Ziele können wir aber nur mit hochqualifizierten und engagierten Mitarbeitern erreichen. Daher war es stets unser Bestreben, die CPU als schlagkräftige Arbeitgebermarke aufzubauen. Das ist uns gelungen: Ein führendes Magazin hat uns kürzlich das Qualitätssiegel „Top-Arbeitgeber Mittelstand 2021“ verliehen.

Herr Heinz, ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit und die interessanten Erläuterungen.

Interview: Timothy Veigel