Nach knapp über drei Jahren haben die Verantwortlichen des Mainzer Biotech-Spitzenclusters Ci3 eine positive Bilanz gezogen. Demnach hat sich der 2012 vom Bundesforschungsministerium als Spitzencluster ausgezeichnete Ci3-Verbund für das Rhein-Main-Gebiet in der Zwischenzeit zum europaweit führenden Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk im Bereich der individualisierten Immunonkologie entwickelt.

Die individualisierte Immuntherapie gilt als das aktuelle Hoffnungsgebiet der Medizin. Sie umfasst Heilverfahren, die das eigene Immunsystem von Patienten zur Behandlung schwerwiegender Erkrankungen nutzen und für jeden Patienten maßgeschneidert werden können. Erforscht und entwickelt werden im Ci3-Spitzencluster Produkte aus den Bereichen Krebs, Autoimmunerkrankungen und Infektionen. Dabei hatten Ci3-Forscher frühzeitig die These aufgestellt, dass für jeden einzelnen Patienten auf Basis des Mutationsprofils seines Tumors ein eigener Impfstoff entwickelt werden könnte.

Insgesamt konnte Ci3 in den letzten drei Jahren eine öffentliche Fördersumme von 38,7 Mio. EUR 32 wissenschaftliche Vorhaben mit 74 Teilprojekten vermitteln. Den gleichen Betrag steuerten die Ci3-Projektpartner aus Eigenmitteln bei. Damit sind fast 80 Mio. EUR in Neu-Entwicklungen im Bereich individualisierte Immuntherapie in die Region geflossen.

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Mit 80% besitzt der Ci3-Cluster den höchsten Anteil an rein regionalen Kooperationen aller deutschen Biotech-Spitzencluster. Mehr als 350 neue biopharmazeutische Arbeitsplätze konnten im Clustergebiet geschaffen werden. „Wir gehen davon aus, dass dazu noch einmal mindestens 200 neue Biotech-Arbeitsplätze in den nächsten paar Jahren kommen. Im statistischen Mittel werden zweieinhalb weitere Arbeitsplätze zusätzlich in angrenzenden Wirtschaftsbereichen generiert“, erklärt Andrea Schilz, Geschäftsführerin der Ci3-Managementgesellschaft.

Etwa ein Drittel der in den Projekten entwickelten Produkte befinden sich in klinischer Prüfung oder sollen diese in Kürze beginnen. Einige Produkte befinden sich bereits in der klinischen Phase-2. Rund 100 Partner arbeiten unter dem organisatorischen Dach von Ci3 zusammen, darunter Pharmaunternehmen, KMU und Forschungseinrichtungen. Mit über 3000 Patenten, die von den 20 führenden Ci3-Cluster-Partnern gehalten werden, liegt die Clusterregion im europäischen Vergleich nur knapp hinter dem französischen Spitzencluster Île de France auf dem zweiten Platz.

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