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Bildnachweis: ©Tobias Arhelger – stock.adobe.com.

Als einer der weltweit führenden Automobilkonzerne beschäftigt sich VOLKSWAGEN natürlich auch mit der Transformation zur E-Mobilität und der Digitalisierung – in Sachen Geschäftsberichte geht der DAX-Konzern schon einmal voran.

GoingPublic: Herr Klingfurt, Ihr Konzern taucht in den diesjährigen Siegerlisten leider nicht auf. Wann hat VW zuletzt einen Preis für seinen Geschäftsbericht gewonnen?

Klingfurt: Das waren in der Vergangenheit schon einige. Wir haben sowohl nationale als auch internationale Auszeichnungen bekommen, z.B. in den USA. Wir führen darüber aber keine Historie.

Was fanden die Jurys an Ihren Druck­werken lobenswert?

Das hängt natürlich von den Bewertungskriterien der Wettbewerbe ab. Es gab gute Kritiken sowohl für den Inhalt als auch für Konzeption und Gestaltung.

Welche Inhalte und visuellen Elemente waren Ihnen beim letzten Geschäfts­bericht von 2020 wichtig?

Als einer der weltweit führenden Automobilkonzerne beschäftigen uns vor allem die Transformation zur E-Mobilität und die Digitalisierung. Hier wurde die ­Strategie des VOLKSWAGEN-Konzerns überarbeitet. Dies hat die Themen des ­Geschäftsberichts 2020 besonders geprägt. Visuell legen wir viel Wert auf ein schlichtes und übersichtliches Design mit hohem Wiedererkennungswert. Mit dem Geschäftsbericht 2020 haben wir unsere Neuausrichtung zur E-Mobilität visu­alisiert.

Wie schlägt sich diese große Wende zur Elektromobilität in Ihrer Berichterstattung nieder?

Die intensive Umsetzung der Transfor­ma­tion zur E-Mobilität spiegelt sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette wider und wird deshalb auch in allen ­wesentlichen ­Teilen der Berichterstattung aufgegriffen.

COVID-19 hat die Arbeit der Unternehmen weltweit eingeschränkt. Hat dieser Aspekt auch bei Ihrem Druckwerk von 2020 eine Rolle gespielt?

Natürlich mussten wir wegen der vorbeugenden COVID-19-Maßnahmen, z.B. der ausschließlichen Arbeit im Homeoffice, zum Teil neue Wege gehen. Diese konnten wir allerdings in den Vorquartalen initi­ieren und testen. Beim Erstellungsprozess hatten wir durch die Pandemie keine ­wesentlichen Einschränkungen.

Wie wichtig ist Ihnen Transparenz im Geschäftsbericht? Gibt es für Sie klare Kriterien, woran Anleger sie erkennen können?

Die Texterstellung des Geschäftsberichts erfolgt bei uns in enger Abstimmung mit den Fachbereichen. Darüber hinaus ist ­unser Redaktionsprozess mehrstufig ­aufgebaut, sodass wir Aussagen über ­verschiedene Blickwinkel prüfen, schärfen und dadurch den Lesern die Themen klar und präzise darstellen. Damit sorgen wir für ausgewogene Details und hohe Transparenz. Auch die regulatorischen Vorgaben bilden einen Rahmen.

Lesen Sie hier unser aktuelles E-Magazin.

Führen Sie Evaluierungen davon durch, wie zufrieden Anleger mit Ihrem Druckwerk sind?

Feedback erhalten wir über das Internet, auf der Jahrespressekonferenz von Analysten und Investoren sowie zur Haupt­versammlung von Aktionären.

Was unterscheidet Ihren Online-­Geschäftsbericht vom Werk auf
Papier?

Schon seit einigen Jahren stellen wir fest, dass die Nachfrage nach gedruckten ­Geschäftsberichten immer mehr abnimmt. Vor zwei Jahren haben wir ­entschieden, auf die Produktion eines Druckexemplars zu verzichten. Damit ­wollen wir auch einen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten. Die Möglich­keiten der digitalen Darstellung in ­verschiedenen Formaten wie PDF und HTML nutzen wir seit einigen Jahren. Die Bereitstellung von Informationen zum ­gezielten Abruf wird immer wichtiger, ­Interaktivität nutzen wir deshalb schon an vielen Stellen im Internet.

Wie sehen Sie die Zukunft des gedruckten Geschäftsberichts? Wird es ihn in zehn Jahren noch geben?

Er spielt schon heute in vielen Unternehmen nur noch eine untergeordnete Rolle. Immer mehr stellen wie wir keine Druck­exemplare mehr her. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen.

Herr Klingfurt, vielen Dank für das ­interessante Gespräch!

 

ZUM INTERVIEWPARTNER
Jens Klingfurt hat BWL studiert, arbeitete seit 1999 bei der VOLKSWAGEN AG zunächst im Konzern-Controlling und ­leitet seit zehn Jahren die Konzern­finanz­publizität. Er ist u.a. verantwortlich für die Berichterstattung an Aufsichtsrat und Hauptver­sammlung sowie die Geschäfts- und Quartalsberichte.

Über den Autor

Thomas Müncher

Thomas Müncher ist freier Autor beim GoingPublic Magazin.