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Bildnachweis: Bildquelle: Adobe Stock; © nblxer.

Die Bechtle AG überzeugte beim namhaften Red Dot Award mit ihrem Geschäftsbericht für 2020. Im Gespräch mit Martin Link, Leiter Investor Relations der Bechtle AG, fragen wir nach seinem „Masterplan“.

GoingPublic: Herr Link, Ihr Geschäfts­bericht 2019 gewann im vergangenen Jahr den renommierten „Red Dot Award“ unter 6.992 eingereichten Publikationen. Was fanden die internationalen Experten an ihm so spannend?

Link: Es waren die Designqualität und das kreative Konzept. Die Jury legte vor allem Wert auf Form, Idee und Wirkung. Für das Konzept und die Gestaltung unseres Geschäftsberichts arbeiten wir seit über zehn Jahren mit der Kommunikationsagentur waf.berlin zusammen. Der Award gebührt deshalb auch den kreativen ­Köpfen, die preiswürdige Ideen ent­wickeln und professionell umsetzen.

Bechtle-Geschäftsbericht 2020; Quelle & © Bechtle
Stehen für Sie Design und Gestaltung unabhängig von den Inhalten oder bestehen hier Verbindungslinien?

Da gilt für uns ganz klar die alte Devise: Form follows function. Eine tolle Gestaltung ist ja kein Selbstzweck, sondern soll helfen, eine Botschaft zu übermitteln. Der Geschäftsbericht ist ein Gesamtpaket – deshalb müssen Inhalt und Gestaltung verknüpft sein. Ich glaube, das macht die Qualität aus, ob ein Produkt in sich ­stimmig ist.

Konnten Sie mit Ihrem Geschäftsbericht auch schon Preise für die inhaltliche Darstellung gewinnen?

Beim ehemaligen Wettbewerb „Die besten Geschäftsberichte“ vom Forschungsteam Baetge lagen wir seit 2005 immer unter den Top Five innerhalb des TecDAX. Auch beim Wettbewerb „Investors’ Darling“ konnten wir uns oftmals in der Spitzengruppe behaupten. Diese Ergebnisse ­zeigen deutlich, auf welch hohem Gesamtniveau unsere Berichterstattung liegt.

Welches Konzept verfolgen Sie bei der Finanzberichterstattung?

Unser Anspruch ist, ein in allen Belangen hochwertiges Produkt zu präsentieren. Schließlich ist der Geschäftsbericht nach wie vor eine Visitenkarte des Unternehmens. Wir wollen dem Kapitalmarkt, aber auch Kunden und Mitarbeitenden zeigen, mit welch hohem Qualitätsanspruch Bechtle arbeitet. Dass man alle gesetz­lichen Pflichten erfüllt, versteht sich ­eigentlich von selbst – aber die komplexen Themen so aufzubereiten, dass auch Fachfremde die manchmal schwer verdau­lichen Inhalte verstehen und vielleicht ­sogar Spaß beim Durchblättern haben, das ist die hohe Kunst.

Anleger interessieren sich am meisten für die künftigen Entwicklungen eines Unternehmens. Wie umfangreich stellen Sie Ihre Zukunftspläne dar?

Wir gehen selbstverständlich ausführlich auf die Erwartungen und alle relevanten Kennzahlen ein. Aber natürlich ist das ein Spagat – schließlich werden wir später an den Aussagen gemessen, obwohl wir keine Hellseher sind. Wir versuchen, bei unseren Prognosen realistisch zu sein, das heißt die Risiken nicht außer Acht zu lassen. Das wird manchmal als konservativ beurteilt, aber bisher sind wir sehr gut ­damit gefahren.

Bei der Berichterstattung über nicht-­finanzielle Kennzahlen wie Umwelt, Soziales und Governance bestehen allgemein noch erhebliche Defizite. Welche Rolle spielen diese Themen in Ihrem Geschäftsbericht?

Wir berichten derzeit noch zweigleisig, das heißt, neben dem Geschäftsbericht veröffentlichen wir einen Nachhaltigkeitsbericht. Dieser legt natürlich einen viel größeren Fokus auf sogenannte ESG-­Themen; insoweit gibt es keine größeren Defizite. Gleichwohl spielt auch im ­Geschäftsbericht die nicht-finanzielle ­Berichterstattung eine wichtige Rolle. Schon seit Längerem sind solche Aus­sagen und Zahlen in unserem Geschäftsbericht mit einer Sonne markiert, damit der Leser diese Absätze schneller findet.

COVID-19 hat die Geschäftsbeziehungen weltweit eingeschränkt. Wie hat die Pandemie Ihre Finanzberichterstattung verändert?

Die klassische Finanzberichterstattung gar nicht so sehr. Geschäfts- und Quartalsberichte sind per se eher kontaktarme Medien. Aber die Kommunikation der ­Zahlen war stärker betroffen. Obwohl wir uns in den vergangenen Monaten an virtuelle Formate gewöhnt haben, ist es doch etwas anderes, wenn ich eine Analystenkonferenz mit 40 Gästen mache und viele Chancen zu informellem Austausch habe. Die direkten persönlichen Kontakte fehlen uns allen ein bisschen.

„Auch im Geschäftsbericht spielt die nicht-finanzielle Berichterstattung eine wichtige Rolle.“

Die Druckwerke sind in den vergangenen Jahren immer dicker geworden. Anderseits steigt die Zahl der Anleger, die solche Berichte nur mit Notebook oder Smartphone nutzen wollen. Wie lösen Sie diesen Konflikt?

Unser Geschäftsbericht ist zwar nicht ­gerade schlank, wir haben aber den ­Umfang in den vergangenen Jahren stabil gehalten. Es gibt viele Privatanleger, die Bechtle eng begleiten. Für diese Zielgruppe werden wir auf absehbare Zeit weiterhin einen gedruckten Bericht bereitstellen. Gleichwohl ist nicht zu bestreiten, dass sich die Anforderungen verändern. Um alle Zielgruppen zu erreichen, diskutieren wir jetzt, neben klassischem Geschäfts­bericht eine Kurzversion z.B. für mobile Endgeräte anzubieten.

Veröffentlichen Sie auch Finanzinfos in Social Media?

Als Bechtle-IR sind wir bei LinkedIn und Twitter aktiv – denn über klassische Kommunikationswege erreichen wir jüngere Anleger nicht mehr. Da hilft auch ein ­Online-Geschäftsbericht nicht weiter. In Social Media bilden sich schnell und ­unkompliziert Gruppen, in denen auch ­Anlagetipps ausgetauscht werden. Wenn Sie als Unternehmen dort nicht aktiv sind, verlieren Sie eine wichtige Gruppe als ­Aktionäre.

Herr Link, vielen Dank für das interessante Gespräch!

Das Interview führte Thomas Müncher.

 


ZUM INTERVIEWPARTNER
Martin Link ist Leiter Investor Relations der
Bechtle AG.