Sonormed ist ein Medizintechnologieunternehmen aus Hamburg und entwickelt Produkte im Bereich der digitalen Audiologie, einem weltweiten Marktsegment, das durch die zunehmende Digitalisierung einer starken Wandlung unterzogen ist. Kürzlich hat mit der Techniker Krankenkasse erstmals eine Krankenkasse in Deutschland die Sonormed-App Tinnitracks in ihren Leistungskatalog aufgenommen.

GoingPublic: Bitte beschreiben Sie die Geschäftsidee von Sonormed.
Jörg Land: Mit Tinnitracks hat Sonormed eine digitale Therapieoption für Tinnitus geschaffen, die Betroffenen eine selbstbestimmte Therapie auf Basis ihrer Lieblingsmusik ermöglicht. Dabei wird die individuelle Tinnitusfrequenz aus der Musik herausgefiltert. Tinnitracks basiert auf wissenschaftlichen Studien und macht die Ergebnisse dieser Forschung erstmals außerhalb des universitären Kontextes für Betroffene nutzbar.

Erstmals in Deutschland hat eine Krankenkasse mit  der Tinnitus-Therapie-App „Tinnitracks“ eine „App auf Rezept“ in ihren Katalog aufgenommen und übernimmt die Finanzierung für ihre Patienten. Was bedeutet Ihnen dieser „Ritterschlag“?
Es ist der Beweis, dass wir unsere Arbeit genau richtig ausgerichtet haben. Die Orientierung an den regulatorischen Rahmenparametern hat viel Zeit und Energie gekostet, jedoch zu einer IT-Infrastruktur geführt, die über ein Smartphone und Kopfhörer den Zugang auf ein zertifiziertes Medizinprodukt zulässt. Wichtig war außerdem, dass sich Tinnitracks vollständig in die bestehende Infrastruktur einfügt und HNO-Ärzte und Hörgeräteakustiker einbindet. Natürlich ist die Entscheidung der Techniker Krankenkasse auch für den zukünftigen Absatz ein starkes Signal, da unserer Meinung nach eine vollständig digitale Therapie wie Tinnitracks, in die vorhandene Struktur des Gesundheitsmarktes gehört.
Wie lange wird es Ihrer Meinung nach dauern, bis sich die Erstattung von E-Health-Leistungen bei Krankenkassen dauerhaft durchsetzen wird?
Wir haben den Punkt bereits erreicht. Erste E-Health-Lösungen werden erstattet und bereiten somit den Weg für weitere Lösungen. Es passiert gerade sehr viel im Hintergrund, was für eine schnellere Adaption sorgen wird. Die Technik und Prozesse müssen definiert, installiert und etabliert werden. Man darf bei allem Optimismus aber nicht den Prüfungs- und Erstattungsprozess der Krankenkassen unterschätzen. Dies wird weiterhin eine Herausforderung bleiben. Es besteht ein Versorgungsauftrag und die Qualität der Leistungen muss geprüft werden.

Stichwort Finanzierung: Wie gestaltet sich die Finanzierungssituation bei Sonormed? Mit welchen Investoren arbeiten Sie zusammen und sind gegebenenfalls weitere Finanzierungsrunden geplant?
Wir haben Sonormed zu Beginn aus eigenen und Fördermitteln aufgebaut. Nach den ersten wichtigen Schritten haben wir uns neben sehr guten Business Angels auch eine Finanzierung durch den High-Tech Gründerfonds, die Innovationsstarter, Heiko Hubertz und ein Hamburger Family Office erhalten. Für uns ist dies genau die richtige Wahl, da die Gesellschafter der Sonormed das Potential, aber auch die langen Zyklen des Marktes verstanden haben. Die Fokussierung auf die Audiologie und die derzeit festzustellenden Veränderung im Markt machen Sonormed attraktiv. Wenn sich der richtige Partner für unsere langfristigen Ziele findet, sind wir daher immer offen für Gespräche.

Was sind die nächsten Meilensteine in der strategischen Weiterentwicklung von Sonormed?
Wir arbeiten an der Verfeinerung von Tinnitracks und einer Erweiterung unseres Produktportfolios. In den nächsten Wochen wird es dazu sicher mehr Details geben. Neben der Etablierung des Erfolgsprodukts Tinnitracks wird die weitere Entwicklung Sonormeds eng mit Hörleiden und den Möglichkeiten moderner Consumer Electronics Infrastruktur verbunden sein. Wir haben das Know-how, die Prozesse, Best-in-Class Partner und das Momentum.

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